Auch das Gesundheitswesen müsse rentabel arbeiten und Investitionen erwirtschaften können, aber reine Profitorierung sei hier fehl am Platz: Diese Position vertritt der Inhaber der Paracelsus-Kliniken, Manfred Krukemeyer in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblattüber über die gescheiterte Großfusion von Helios und Rhön, die Mengendynamik in den Krankenhäusern und Bonuszahlungen an Chefärzte. "Krankenhäuser gehören nicht an die Börse" sagte der Alleingesellschafter des privaten Krankenhausbetreibers. "Ich kann nicht auf Dauer im Krankenhaus die Gewinne maximieren, wie es von den Aktionären erwartet wird." Wenn das möglich wäre, sei das System falsch.
"Drei Milliarden on top"
Der Chirurg und Chef der Paracelsus-Kliniken, die mit 311 Millionen Euro Umsatz und circa 5.000 Beschäftigten zu den zehn größten privaten Krankenhausbetreibern Deutschlands gehören, verweist auf die gescheiterte Rhön-Übernahme durch Fresenius: Bei einem Kaufpreis von drei Milliarden Euro müsse man sich fragen, wie und wovon das refinanziert werden solle. Denn: "Die Fallpauschalen decken die Kosten der Behandlung ab, nicht aber den Kapitaldienst."
Zur Notwendigkeit, Investitionsmittel zu erwirtschaften, sagte Krukemeyer: "Die Ausgaben für die Instandhaltung und das medizinische Gerät eines Krankenhauses durchaus, aber nicht ein Kaufpreis von drei Milliarden Euro." Bei Fresenius/Rhön liege der Fall anders: Da seien zwei Krankenhausgruppen, die investierten, die ihre Förderanträge stellten, die ihre Kliniken führten – "und on top müssen drei Milliarden Euro refinanziert werden". Das aber funktioniere nicht. "Das ist nur die Gier der Börse."




Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen