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Marburger BundLange Arbeitszeiten machen Ärzte krank

Fast drei Viertel der Klinikärzte fühlt sich durch die Arbeitszeiten in ihrer Gesundheit beeinträchtigt, berichtet die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB).

Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage unter MB-Mitgliedern, an der sich in der Zeit vom 14. Januar bis 15. Februar 2013 insgesamt 3.309 Klinikärzte jedweder Trägerschaft beteiligt haben. Drei Viertel der Ärzte arbeitet im Durchschnitt mehr als 48 Wochenstunden. 47 Prozent erklärten, dass ihre tatsächliche Wochenarbeitszeit inklusive Überstunden und Bereitschaftsdienste im Durchschnitt zwischen 49 und 59 Stunden liegt. Ein Viertel (24 Prozent) der Ärzte ist pro Woche 60 bis 79 Stunden im Dienst und drei Prozent der Ärzte arbeiten über 80 Stunden pro Woche. 53 Prozent der Befragten erklärten, ihre Arbeitszeiten würden nicht komplett systematisch erfasst. Jeder fünfte Arzt gab an, dass seine Überstunden weder vergütet noch mit Freizeit ausgeglichen würden. "Faktisch gehen 30.000 Ärzte im Volldienst regelmäßig leer aus, wenn sie Mehrarbeit leisten", so Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bundes.

Mehrheit will Arbeitszeit reduzieren
Die große Mehrheit der Klinikärzte würde gerne ihre Arbeitszeit reduzieren. 57 Prozent erklären, dass sie eine durchschnittliche Arbeitszeit von 40 bis 48 Stunden pro Woche bevorzugen würden, nur 11 Prozent wollen mehr als 48 Stunden arbeiten. Knapp drei Viertel der Befragten (71 Prozent) haben das Gefühl, dass sich die Arbeitszeiten negativ auf ihre Gesundheit auswirkt, zum Beispiel in Form von Schlafstörungen. Davon fühlen sich 89 Prozent auch in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. "Ärzte sind dafür da, kranken Menschen zu helfen und sie zu heilen. Wenn sie durch die Arbeit selbst krank werden, können sie dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen. Wir brauchen deshalb auch aus Gründen einer guten Patientenversorgung eine bessere Organisation der Arbeit in den Krankenhäusern und Arbeitszeitmodelle, die dem Wunsch der Ärzte nach weniger Stress Rechnung tragen", betonte Henke.

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