Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG
Georg Thieme Verlag KGGeorg Thieme Verlag KG

Offener BriefMerkel bekommt erneut Post von der Pflege

Nachdem Mitte Januar bereits der Bundesverband Pflegemanagement einen Brief an die Kanzlerin geschrieben hatte, griff nun auch DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus zur Feder.

In dem Schreiben, das neben dem Präsidenten des Deutschen Pflegerats (DPR) auch Irene Maier, Chefin des Verbands der Pflegedirektoren der Unikliniken (VPU), unterschrieben hat, begrüßen die Verfasser ausdrücklich die Überlegungen der Bundesregierung, mit Hilfe eines Pflegeförderprogramms, 15.000 Stellen in den Kliniken zu schaffen. Die Finanzierung neuer Pflegestellen durch den Verzicht der Klinikärzte auf Tariflohnerhöhungen halten Maier und Westerfellhaus dagegen für illusorisch. Zwar sei es richtig, dass die Tarifzuwächse auf Seiten der Klinikärzte in der Vergangenheit durch den gleichzeitigen Abbau von Pflegepersonal finanziert wurden. Diese Systematik umzukehren und die Schaffung neuer Stellen in der Pflege auf Kosten der Ärzte zu finanzieren, würde jedoch einen unnötigen Keil zwischen diese Berufsgruppen treiben.

Es gibt keine Blaupause
"Deutschland braucht ein zukunftsorientiertes und integriertes Strukturgesetz für die Pflegeberufe, welches die Rolle der Berufsgruppe Pflege in der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung verbindlich regelt", heißt es in dem Brief. Das Pflegeförderprogramm für Krankenhäuser in den Jahren 2009 bis 2011 habe sein Ziel verfehlt. Im Rahmen des Programms seien nachweislich deutlich weniger Stellen geschaffen worden als geplant. Als Blaupause für ein weiteres Pflegeförderprogramm ist es nach Meinung der Pflegelobbyisten nicht geeignet. Bereits am 11. Februar hatte der Bundesverband Pflegemanagement für ein Pflegestrukturgesetz plädiert, das – ähnlich dem Versorgungsstrukturgesetz – die Attraktivität des Berufs der professionellen Pflege steigert und für die Leistungserbringer Anreize schafft, auch in strukturschwachen Regionen tätig zu sein.

Ein Pflegeberufegipfel soll her
Westerfellhaus und Maier fordern in Ihrem Schreiben wirkungsvolle Rezepte gegen den Fachkräftemangel in der Pflege. Aus ihrer Sicht müsse das im Entwurf bereits vorliegenden Berufsgesetzes Pflege, das eine bedarfsorientierte Pflegeausbildung sowie die Verantwortlichkeiten der so qualifizierten Fachkräfte regelt, schnell verabschiedet werden. Außerdem sollen Pflegekammern in allen Bundesländern gegründet werden.

In dem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel regen Westerfellhaus und Maier einen "Pflegeberufegipfel" an. "Darunter verstehen wir eine Arbeitsplattform, die es ihren Mitgliedern – Repräsentanten aller am Pflegeprozess beteiligten Berufsgruppen, Entscheidern aus Politik, Medizin und Krankenkassen sowie ausgewählten Patientenvertretern – ermöglicht, im eine Vorlage für das Strukturkonzept für die Pflegeberufe sowie das Strukturkonzept für die Gesundheitsversorgung insgesamt zu erarbeiten und der Bundesregierung vorzulegen."

Sortierung
  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Jetzt einloggen