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MedicaMesse-Schaulaufen der Minister

Gleich zum Auftakt der gut besuchten Medica eilten mehrere Bundesminister in die Düsseldorfer Messehallen. Während Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) ein millionenschweres Förderprogramm für Medizininformatik startete, verteidigte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe auf dem Krankenhaustag die Klinikreform.

Forschungsministerin Wanka stellte auf dem Health-IT-Forum das neue "Förderprogramm Medizininformatik" vor und garnierte die Präsentation gleich mit einer gehörigen Portion Kritik an der aktuellen Situation der Health-IT in Deutschland. Deutschland sei da im internationalen Vergleich nicht gut aufgestellt und hinke hinterher, kritisierte die Ministerin bei ihrem Messebesuch. "Versorgungsdaten und Forschungsdaten werden nicht verbunden. Wir vergeben hier große Chancen", warnte Wanka. Dabei wachse der Datenschatz aus medizinischen Daten kontinuierlich weiter, "täglich werden unzählige gesundheitsrelevante in Kliniken, Arztpraxen und auch in der biomedizinischen Forschung erhoben." Deshalb soll das auf sechs Jahre angelegte Förderprogramm mit einem Volumen von 100 Millionen Euro nun dazu "beitragen, damit mit Hilfe dieser Informationen genauere Diagnosen und bessere Therapien erfolgen können", so die Ministerin, die zu einer ganzen Riege von prominenten Besuchern zählte, die bereits am ersten Tag der Medica ihre Aufwartung machten.

Gröhe in der Defensive
Neben Wanka war auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe(CDU) vor Ort, der zur Eröffnung des paralell zur Messe verlaufenden Deutschen Krankenhaustag die Krankenhausreform verteidigte. Das vom Bundestag beschlossene Strukturreformgesetz sei "keine Marktbereinigung", sondern ein Weg zu "transparenterer Qualität der Patientenversorgung", sagte der Gesundheitsminister zum Auftakt des Deutschen Krankenhaustags in den Düsseldorfer Messehallen. Gröhe reagierte damit auf die Kritik an der Reform von Kassenärzten und anderen Lobbygruppen an der Reform zum Auftakt der Medica. So kritisierte der Präsident des Deutschen Krankenhaustages, Hans-Fred Weiser, auf der Eröffnungspressekonferenz, die Reform setze nur vordergründig auf Qualität, tatsächlich aber "auf Bereinigung und Ausdünnung der Krankenhauslandschaft". Die Reform mache "indirekt die Ärzte zu potenziellen Sündenböcken", sagte Weiser. Mangelhafte Qualität in Kliniken habe aber "nur begrenzt" mit ärztlichem oder pflegerischen Unvermögen zu tun. Beim Verband der Krankenhausdirektoren lobt man hingegen das Krankenhausstrukturgesetz als "ersten Schritt in die richtige Richtung", so VKD-Präsident Josef Düllings. Der ursprüngliche Gesetztestext sei an wesentlichen Stellen geändert worden. "Vieles, was jetzt beschlossen wurde, begrüßen wir", so der VKD-Präsident.

Großer Andrang an den Messeständen
Während am ersten Tag die Politprominenz die Messe dominierten, steht der zweite Tag der Messe heute ganz im Zeichen der Fachbesucher, die es heute verstärkt in die Messehallen zieht. Wie schon in den vergangenen Jahren, sind es besonders die zahlreichen Besucher aus Asien, die das Erscheinungsbild der Stände dominieren. Gut besucht ist bislang auch der Stand von kma, wo den Besucher nachwievor einige Überraschungen erwarten. Also, schauen Sie doch einfach mal bei uns vorbei.

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