Der 59-jährige Daniel Vasella soll 72 Millionen Franken (58,5 Millionen Euro) dafür bekommen, dass er sechs Jahre lang nicht für die Konkurrenz tätig wird, sondern Novartis berät. Mit dem Deal habe der Pharmakonzern die Kritik an überzogenen Manager-Vergütungen enorm angefacht, hieß es in Schweizer Medienberichten. So hätten die Befürworter einer gesetzlich Beschränkung derartiger Bezüge bis hin zur Androhung von Gefängnisstrafen bei Zuwiderhandlung erheblichen Auftrieb bekommen. Die Schweiz stimmt am 3. März bei einem Volksentscheid über einen entsprechenden Vorschlag ab. Für die Annahme dieser sogenannten Abzocker-Initiative sprachen sich bei Umfragen etwa 57 Prozent der Teilnehmer aus. Vor der Bekanntgabe der Millionen-Abfindung für den Novartis-Boss waren es nur etwas mehr als 50 Prozent gewesen.
Justizministerin: "Jegliches Maß verloren"
Scharfe Kritik an der Millionen-Zahlung an Vasella äußerte auch die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga. "Das ist ein enormer Schaden für den sozialen Zusammenhalt in unserem Land", sagte sie in einem Interview mit der Zeitung "SonntagsBlick". Diese "Selbstbedienungsmentalität" erschüttere das Vertrauen in die ganze Wirtschaft, sagte Sommaruga. "Wenn es nun zu einem Ja kommt am 3. März, dann sind allein jene Manager dafür verantwortlich, die jegliches Maß verloren haben."


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