Bei dem Test war es zu unerwarteten schweren Komplikationen bei Probanden gekommen. Sechs Versuchsteilnehmer im Alter zwischen 28 und 49 Jahren mussten in die Uniklinik Rennes eingeliefert werden, ein Proband wurde kurz danach für hirntot erklärt und ist am Wochenende verstorben. Touraine bezeichnete den Zustand der anderen Patienten am Montag als "stabil", vier von ihnen leiden unter neurologischen Beschwerden. Bei einigen befürchten die Ärzte offenbar bleibende Schäden.
Behörden suchen nach Ursachen
Inzwischen haben die französischen Gesundheitsbehörden mit der genauen Ursachenforschung begonnen. Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde IGAS, der für Medikamentensicherheit zuständigen Behörde ANSM sowie der Polizei hatten am Samstag das Labor der Firma Biotrial in der Stadt Rennes durchsucht. Biotrial hatte den nun abgebrochenen Test durchgeführt. Insgesamt hatten 90 Menschen den Wirkstoff des portugiesischen Herstellers Bial bekommen. Entgegen ersten Berichten, wonach es sich bei dem Medikament um ein schmerzstillendes Präparat gehandelt haben sollte, zielt der Wirkstoff des Medikaments laut französischen Gesundheitsministerium auf Stimmungsschwankungen und Angstgefühle sowie auf motorische Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen ab. Neurodegenerative Erkrankungen sind meist langsam fortschreitende Erkrankungen des Nervensystems, bei denen immer mehr Nervenzellen verloren gehen - so etwa bei Parkinson.
Die Inspektoren wollen nun herausfinden, ob der Test gemäß der geltenden Regeln abgelaufen ist. Biotrial erklärte, der Versuch sei in "voller Übereinstimmung mit den internationalen Bestimmungen" erfolgt. Man arbeite eng mit dem Ministerium zusammen. Wirkstoffe werden bis zur Marktzulassung umfangreich in mehreren Phasen getestet. Das Mittel aus Frankreich befand sich nach Herstellerangaben in Phase 1 der klinischen Studie. Dabei wird ein Stoff erstmals an gesunden Freiwilligen auf Verträglichkeit getestet.


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