Die von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Branchenexperten erwarten für das TecDax -Schwergewicht einen Rückgang des um Sonderposten bereinigten Gewinns auf 48,1 Millionen US-Dollar. Im Vorjahr standen 49,5 Millionen Dollar in den Büchern. Der Diagnostik-Spezialist hat seine Zahlenvorlage für diesen Mittwoch (25. April) nach Börsenschluss in den USA angekündigt. Im November hatte Qiagen-Chef Peer Schatz dem Konzern eine Restrukturierung mit Stellenstreichungen verordnet, um effizienter zu werden und Ressourcen stärker in die Kerngeschäfte molekulare Diagnostik und personalisierte Medizin zu verlagern. Bei der Analystenkonferenz dürften neben dem Ausblick, die Nachfrage in den USA sowie der Stand des Sparprogramms interessieren. Für die ersten drei Monate sagen die Experten im Schnitt ein Umsatzwachstum von acht Prozent auf 285,6 Millionen Dollar voraus. Mit 70,5 Millionen wird das bereinigte operative Ergebnis unverändert zum Vorjahr erwartet.
Im Vergleich zu 2011 erwartet Qiagen-Chef Schatz für das laufende Jahr ein sich beschleunigendes Wachstum. Dazu sollen neue Tests für die Erkennung von Krankheiten, neue Partnerschaften mit Pharmaunternehmen, zusätzliche Geräteverkäufe und Einsparungen mit Stellenstreichungen beitragen. Das Sparprogramm hatte im vierten Quartal 2011 Kosten von 75 Millionen Dollar verursacht, für die zweite Jahreshälfte 2012 rechnet der Vorstand nochmals mit 20 Millionen Dollar.
2012 soll der Erlös zu konstanten Wechselkursen um etwa sechs bis acht Prozent zulegen (2011: 1,17 Mrd. USD). Beim bereinigten Gewinn werden 1,03 bis 1,05 Dollar in Aussicht gestellt (VJ: 0,98). Die Margensteigerung wird 2012 noch verhalten ausfallen. Qiagen rechnet mit 27 bis 28 Prozent (VJ: 27) und will erst 2013 mit über 29 Prozent im Gesamtjahr richtig durchstarten. Die große Wachstumshoffnung trägt den Namen Qiasymphony, ein vollautomatisiertes Laborgerät, auf dem die gesamte Produktpalette von Qiagen-Tests läuft. Mit den Tests können Krankheiten erkannt und die Wirkung von Medikamenten für den einzelnen Patienten bestimmt werden. Qiagen hatte zuletzt gut 550 Geräte vertrieben. Im laufenden Jahr sollen rund 200 dazukommen. Die sogenannte Personalisierte Medizin gilt als Milliardenmarkt. Die Hildener haben sich in den vergangenen Jahren in der Molekulardiagnostik neben dem Schweizer Konkurrenten Roche und dem US-Unternehmen Abbott eine führende Position erarbeitet.




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