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Unikliniken Gießen MarburgRhön-Chef Siebert wehrt sich gegen Professorenschelte

Rhön-Vorstandschef Martin Siebert widerspricht in einem offenen Brief an die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin deren Auffassung, die Privatisierung des UKGM sei gescheitert.

Für die Arbeitsgemeinschaft ist klar erkennbar, dass die Privatisierung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) ebenso wie der Betrieb der Partikeltherapieanlage gescheitert ist. Die Rechnung des Landes Hessen sei nicht aufgegangen, weil der Klinikkonzern Rhön die Absicht habe, seine umfangreichen Investitionen in das UKGM aus dem laufenden Haushalt der Kliniken zu refinanziern. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die von dem privaten Unternehmen geforderten Renditeerwartungen mit den Aufgaben einer Uniklinik nicht in Einklang zu bringen seien.

Siebert: Maßnahmen sind abgestimmt
Siebert verweist in seinem offenen Brief an das Gremium darauf, dass seit der Privatisierung 2006 mehr als 500 Millionen Euro in Gießen und Marburg geflossen seien. Angesichts chronischer Unterfinanzierung sind auch andere Unikliniken in Schieflage geraten, bemerkt der Konzernchef. Sein Unternehmen habe in enger Abstimmung mit dem Land Hessen, den Klinikdirektoren und den Arbeitnehmervertretern ein Maßnahmenpaket geschnürrt, das die beiden Unikliniken konsolidieren soll. "Von 2006 bis 2012 ist es zu einem kontinuierlichen Personalaufbau von 450 Stellen über alle Berufsgruppen hinweg gekommen – auch wenn in der Öffentlichkeit streckenweise das Gegenteil behauptet wird", schreibt Siebert.

Jährlich Zehn Prozent für Forschungsprojekte
Jedes Jahr würden zehn Prozent des Betriebsergebnisses des UKGM, mindestens aber zwei Millionen Euro, für kliniknahe Forschungsprojekte vergeben, so der Rhön-Chef weiter. Er forderte die Arbeitsgemeinschaft auf, die Zusammenarbeit zwischen Rhön und den beiden Universitäten Gießen und Marburg nicht schlecht zureden.

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