Die monatelangen hitzigen Debatten, ob das Haus besser saniert oder doch lieber privatisiert werden sollte, finden damit ein vorläufiges Ende. Mit dem jetzigen Beschluss sollen die maroden Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach und Schwabing nicht nur erhalten, sondern auch aufwändig saniert und modernisiert werden. Im Gegenzug müssen die Häuser ihre Bettenzahl von 3274 auf 2504 verkleinern und 1485 Vollzeitstellen abbauen. Die regierende große Koalition aus SPD und CSU im Stadtrat einigte sich aber darauf, dass dieser Stellenabbau nicht über betriebsbedingte Kündigungen erfolgen soll, sondern über andere Instrumente wie Verrentung und Aufhebungsverträge.
Kliniken haben zu geringe Auslastung
Grundlage für das jetzige Sanierungsvorhaben ist ein Konzept der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), dem der Stadtrat nun in weiten Teilen zustimmte. Das Konzept war im März vorgestellt worden und kam zu Schluss, dass eine Sanierung unter harten Einschnitten möglich wäre – und dies, obwohl die Berater dem Haus schwerwiegende strukturelle Probleme attestierten. So hält BCG den Großraum München mit seinen 70 Krankenhäusern ohnehin für medizinisch überversorgt. Eine Folge davon sei, dass die Auslastung des Klinikums mit 75 Prozent rund sieben Prozent unter dem Durchschnitt anderer deutscher Großstädte liege. Zudem konkurrieren die Kliniken sogar untereinander, weil bestimmte Abteilungen an mehreren Standorten vorhanden sind.
Sanierung kostet 704 Millionen Euro
Den Gesamtfinanzierungsaufwand für eine erfolgreiche Sanierung bis zum Jahr 2022 taxierte BCG auf 704 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Kommune beträgt 382 Millionen Euro und wird durch Erhöhung des Eigenkapitals und Einstellung in die Kapitalrücklagen finanziert.




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