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Leben aus dem BaukastenSynthetische Biologie

Die Synthetische Biologie erschafft neue Lebensformen, die es in der Natur nicht gibt.

Nach dem Baukasten-Prinzip werden Bestandteile eines Organismus entfernt und durch andere ersetzt, so dass künstliches Leben entsteht. Bisher werden damit in erster Linie Mikroorganismen geschaffen - etwa zur Produktion von Arzneimitteln oder Impfstoffen - aber auch Versuchstiere.

Wissenschaftler greifen hierfür auf zwei verschiedene Forschungsansätze zurück: Zum einen versuchen sie, aus lebloser Materie künstliches Leben zu kreieren, indem sie einzelne DNA-Abschnitte neu zusammensetzen. In einer zweiten Variante kombinieren sie Bestandteile lebender Organismen zu einer neuen, künstlichen Lebensform.

Bislang existieren schon zahlreiche Versuchsmäuse mit menschlichen Genen. Auch Stammzellen des Menschen wurden bereits in Tiere eingesetzt. US-Forscher der Firma ACT hatten bereits 1998 nach eigenen Angaben Erbgut menschlicher Hautzellen mit entkernten Eizellen von Kühen verschmolzen und aus dem entstandenen Embryo später Stammzellen gewonnen. Ähnliche Experimente waren in China, Großbritannien und Südkorea gelungen. In Deutschland ist das Verfahren verboten.

US-Genetiker um Craig Venter schufen 2010 ein Bakterium mit künstlichem Erbgut. Sie bauten die Gene eines Bakteriums nach und setzten dieses Kunstgenom dann in eine andere Bakterienart ein. Daraufhin produzierte die Zelle nur noch Stoffe, die auf dem Kunsterbgut gespeichert waren.

Der Deutsche Ethikrat setzt sich ebenfalls mit dem Thema auseinander. In einer aktuellen Stellungnahme spricht er sich für ein Übertragungsverbot tierischen Materials auf den Menschen aus. Umgekehrt hält er dies zumindest teilweise für zulässig.

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