Nachfolge

Wenker will als erste Frau an die Spitze der Bundesärztekammer

Die langjährige Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer hat ihre Kandidatur für das hohe Amt in Berlin bekanntgegeben. Vizepräsidentin der Bundesärztekammer ist sie bereits.

Foto: Bundesärztekammer

Dr. med. Martina Wenker

Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker will Präsidentin der Bundesärztekammer werden. Die Lungenärztin und Umweltmedizinerin kandidiert beim Deutschen Ärztetag in Münster Ende Mai für das höchste Amt in der ärztlichen Selbstverwaltung. Viele Kolleginnen hätten sie darin bestärkt, sagte die 60-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Wenker wäre die erste Frau an der Spitze der Kammer. Ausreichend ärztlichen Nachwuchs zu gewinnen und die Digitalisierung seien die größten Herausforderungen der Zukunft, sagte Wenker. «Das Thema Telemedizin nimmt schnell Fahrt auf.» Dort gehe es auch um ethische Aspekte.

Frank Ulrich Montgomery, seit 2011 Präsident der Bundesärztekammer, tritt nicht erneut an. Wenker ist seit acht Jahren bereits Vizepräsidentin in Berlin. Sie arbeitet als Oberärztin in der Helios Lungenklinik in Hildesheim. Ihre Aufgabe sieht sie auch darin, «Brücken zu bauen zwischen den verschiedenen Ärztegruppen». Bisher haben neben Wenker drei Männer ihre Kandidatur angekündigt: der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, der Allgemeinmediziner Klaus Reinhardt aus Bielefeld sowie Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin.

Das Amt in Berlin sieht Wenker zudem als Chance, auch auf Bundesebene für die Sicherstellung der Qualität von ärztlicher Behandlung zu streiten. Sie möchte die Versorgung von Schmerzpatienten verbessern und die palliativmedizinische Versorgung stärken, wie die Kammer in Hannover weiter mitteilte. Die 60-Jährige ist seit 1997 Mitglied des Marburger Bundes Niedersachsen. Die Ärztegewerkschaft begrüßte am Mittwoch ihre Kandidatur. «Martina Wenker versteht es, klare Haltung zu zeigen und sich eindeutig zu positionieren», sagte der Landesvorsitzende Hans Martin Wollenberg.

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