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Schiedsstellen der ÄrzteBeschwerden wegen Behandlungsfehlern nehmen zu

Mehr als 12.200 Patienten haben sich im vergangenen Jahr an die Gutachterstellen der Ärzteschaft wegen eines Verdachts auf Behandlungsfehler gewandt.

Das waren gut 1.100 mehr als im Vorjahr, wie die Bundesärztekammer mitteilte. Zum Anstieg der Fälle, die bei den Schiedsstellen landen, habe das Patientenrechtegesetz beigetragen, sagte der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärzte, Andreas Crusius. Beanstandet wurden vor allem Eingriffe bei Knochenbrüchen oder Arthrosen. Am häufigsten wendete sich die Altersgruppe zwischen 40 und 79 Jahren an die Stellen.

Die Gutachter entschieden in 7.578 Fällen. Bei fast jeder dritten dieser Behandlungen in Kliniken und Praxen kam es demnach tatsächlich zu einem Ärzte- oder anderen Behandlungsfehler. Insgesamt liegen die Zahlen weit höher. Patienten wenden sich unter anderem auch an Krankenkassen oder direkt an Gerichte. Es gebe schätzungsweise 40.000 Verdachtsfälle im Jahr, so Crusius. Schätzungsweise 8.000 Mal werde nachgewiesen, dass ein Fehler Ursache eines Schadens ist.

2012 wiesen die Gutachter der Ärzteschaft 82 Todesfälle als Folge eines Behandlungsfehlers nach. Meistens hätten Fehler vorübergehende Auswirkungen gehabt, betonte der Geschäftsführer der norddeutschen Schlichtungsstelle, Johann Neu. Gemessen an 18 Millionen Klinikbehandlungen und rund 540 Millionen Praxis-Fällen pro Jahr gebe es wenig Fehler, sagte Crusius. Vor kurzem hatte es in Ärztekreisen noch geheißen, 2012 seien erneut rund 11.000 Patienten wegen Fehlerverdachts bei den Gutachterstellen vorstellig geworden.

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