Die Kritik am neuen Zuschnitt des Kieler Bildungsministeriums reißt nicht ab. Der Präsident der Fachhochschule (FH) Flensburg, Herbert Zickfeld, fällte ein vernichtendes Urteil über die Verlagerung von Zuständigkeiten. Der Beschluss, "dass der Wissenschaftsbereich jetzt auch noch aus personell-familiären und parteipolitischen Gründen in das Sozialministerium geschoben werden soll, macht fassungslos", sagte Zickfeld laut einer FH-Mitteilung. Zuvor hatte Zickfeld davon gesprochen, dass der Wissenschaftsbereich im Norden der Lächerlichkeit preisgegeben werde. Die Begründung dafür, etwa die verwandtschaftlichen Beziehungen von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zum Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), überzeuge "nicht im Geringsten".
Kritik von allen Seiten
Schleswig-Holsteins CDU-Hochschulexperte Daniel Günther hatte die neue Zuständigkeit bereits "ein Stück aus dem Tollhaus", berichtet der "NDR". Auch die Grüne und Piraten äußerten Kritik - wenn auch verhaltener. SSW-Fraktionschef Lars Harms räumte ein, die Entscheidung zur Verlagerung "hätte besser kommuniziert werden können", sei aber in der Sache richtig. Die Bürger müssten "darauf vertrauen können, dass ihre Landesregierung alles dafür tut, um Interessenskonflikte durch Beziehungen und Verwandtschaftsverhältnisse zu verhindern." Zudem bleibe die Zuständigkeit von Staatssekretär Rolf Fischer erhalten.
Zickfeld: "Wissenschaft wird der Lächerlichkeit preisgegeben"
Ein Heraustrennen des UKSH aus dem Wissenschafts- und Hochschulbereich hält Harms "für ungleich komplizierter, teurer und auch nachteiliger für die Zusammenarbeit von Forschung und Lehre im Land". Nun ist Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) für das UKSH verantwortlich. Sie muss die Umstrukturierung und anstehende Sanierung des UKSH, ein Milliardenprojekt, federführend vorantreiben.




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