"Alte, kranke und behinderte Menschen sollen nicht im Minutentakt abgefertigt, sondern möglichst liebevoll gepflegt werden", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, in Freiburg. Sozialstationen und ihre Pflegekräfte brauchten dafür bessere Rahmenbedingungen. Die älter werdende Gesellschaft und der damit erhöhte Bedarf an ambulanter Pflege erfordere ein Umdenken. "Hier müssen sich die Krankenkassen bewegen", sagte der Freiburger Erzbischof. Sie stellten nicht genug Finanzmittel bereit.
Die kirchlichen Sozialstationen ringen seit Monaten mit den Krankenkassen um mehr Geld, bislang ohne Ergebnis. Nach Angaben des Caritasverbandes und der Diakonie stehen den stark gestiegenen Anforderungen zu geringe Vergütungen durch die Kassen gegenüber. Der flächendeckenden ambulanten Pflege drohe daher das Aus. "Pflege bedeutet, liebevoll zu sein", sagte Zollitsch. Von den Krankenkassen werde dagegen lediglich das Befolgen ärztlicher Anordnungen finanziert - mit medizinischer Sorgfalt. Dies werde den gestiegenen Ansprüchen der Pflege nicht gerecht.
Es gehe der Kirche und ihren Sozialstationen nicht um Eigennutz, sagte der Erzbischof. Im Vordergrund stehe die gesellschaftliche Aufgabe. "Unser christlicher Liebesdienst bedeutet eben auch, strukturelle Ursachen für soziale Probleme zu bekämpfen und nicht nur einzelnen Menschen zu helfen." Die Caritas als katholische Wohlfahrtsorganisation spiele dabei eine zentrale Rolle.


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