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ÜbernahmeFresenius Kabi verstärkt sich mit Akorn und Biosimilars von Merck

Die Übernahmen von Akorn und des Biosimilars-Geschäfts der Merck KGaA erweitern das Generika-Kerngeschäft und bieten Fresenius Kabi Zugang zu neuen Wachstumsmärkten.

Fresenius Kabi in Mihla/Thüringen
Foto: Fresenius

Fresenius Kabi hat mit Akorn, Inc., einem US-amerikanischen Hersteller und Anbieter verschreibungspflichtiger und rezeptfreier Arzneimittel, eine Zusammenschlussvereinbarung abgeschlossen. Fresenius Kabi bietet 34 US-Dollar je Akorn-Aktie und damit einen Kaufpreis von insgesamt 4,3 Milliarden US-Dollar - zuzüglich der Übernahme von Netto-Finanzverbindlichkeiten von 450 Millionen US-Dollar.

Zu dem breiten Produktangebot von Akorn zählen intravenös zu verabreichende Arzneimittel ebenso wie Cremes, Salben und Gels, sterile Augenarzneimittel sowie Flüssigmedikamente zur Anwendung in Mund, Nase, Ohr und den Atemwegen. Derzeit werden diese größtenteils verschreibungspflichtigen Arzneimittel fast ausschließlich in den USA und dort über Apotheken sowie an Ärzte und Krankenhäuser vertrieben.

Mittelfristig rechnet Fresenius Kabi mit jährlichen Kosten- und Wachstumssynergien der Übernahme von rund 100 Mio US-Dollar vor Steuern. Diese sollen sukzessive durch Integration und Modernisierung des Produktionsnetzwerks von Akorn und die Zusammenführung verschiedener Funktionsbereiche erreicht werden. Die Kosten der Integration veranschlagt Fresenius Kabi mit insgesamt rund 140 Millionen EUR vor Steuern über einen Zeitraum von 2018 bis 2022. Der größte Teil davon wird für das Jahr 2018 erwartet.

 

Einstieg in Wachstumsmarkt

Biosimilars Fresenius und die Merck KGaA haben vereinbart, dass Fresenius Kabi das Biosimilars-Geschäft von Merck übernehmen wird. Die Übernahme umfasst die vollständige Produktpipeline mit Schwerpunkt auf Krebs- und Autoimmunerkrankungen. Ebenso übernommen werden die mehr als 70 Mitarbeiter an den Standorten Aubonne und Vevey in der Schweiz.

Fresenius Kabi erwartet erste Umsätze aus dem übernommenen Biosimilars-Geschäft gegen Ende 2019 und ausgehend vom aktuellen Produktentwicklungszeitplan Umsätze im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich ab 2023. Fresenius Kabi sichert Merck im Rahmen der Vereinbarung umsatzbezogene Zahlungen im einstelligen Prozentbereich zu.

Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung der zuständigen Wettbewerbsbehörden und weiterer üblicher Vollzugsbedingungen. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2017 erwartet. Die Gesamtinvestition für das Biosimilars-Geschäft wird hauptsächlich aus dem laufenden Cashflow finanziert.

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