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WettbewerberFresenius prüft Fusion des Klinikgeschäfts

Fresenius lotet offenbar die Fusion seines Klinikgeschäfts mit einem Wettbewerber aus. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise berichtete, zieht das Unternehmen derzeit einen Zusammenschluss der Option eines Verkaufs einer Beteiligung an Finanzinvestoren vor.

Fresenius Konzernzentrale
Fresenius

Wegweiser zur Fresenius-Konzernzentrale in Bad Homburg.

Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte bereits vor geraumer Zeit angekündigt, nach neuen Wachstumsoptionen für das Klinikgeschäft (u.a. Klinikkette Helios) zu suchen. Der Firmenlenker hatte dabei die Möglichkeit ins Spiel gebracht, zunächst im Zuge weiterer Übernahmen Finanzinvestoren ins Boot zu holen und später die Krankenhauskette über einen Börsengang als eigenständige Gesellschaft auszugliedern. Laut dem Bloomberg-Bericht tendiert der Konzern inzwischen aber stärker zu der Option einer Fusion mit einem Wettbewerber statt einer Minderheitsbeteiligung.

Erste Gespräche sollen bereits mit Private-Equity-Firmen wie CVC Capital Partners geführt worden sein - der Investor besitzt unter anderem den griechischen Krankenhausbetreiber Hellenic Healthcare Group und die französische Kette Elsan. Auch mit dem Finanzinvestor KKR & Co soll es Kontakt gegeben haben, berichtet die Agentur.

Zuletzt hatte es allerdings Hinweise auf mögliche unterschiedliche Interessen im Management gegeben. So soll Firmenchef Sturm wiederum erst am Dienstag auf einer Betriebsversammlung des Unternehmens erklärt haben, dass eine Mehrheit an dem Klinikgeschäft bei Fresenius bleiben solle. Fresenius selbst und auch CVC wollten den Bericht nicht kommentieren.

Früheren Pressespekulationen zufolge hatte der Konzern bei Investoren bereits vorgefühlt, um eine Minderheitsbeteiligung von 20 Prozent loszuschlagen. Das Krankenhausgeschäft von Fresenius umfasst die größte private deutsche Klinikkette Helios, sowie die Gruppe Qironsalud in Spanien – zum Konzern gehören auch Häuser in Südamerika.

Sturm steht unter Druck, das Wachstum des in der Corona-Krise angeschlagenen Konzerns wieder anzukurbeln. Wegen Problemen bereits vor der Pandemie haben die Fresenius-Papiere seit 2017 rund die Hälfte an Wert verloren. Die Aktie drehte am Mittwoch nach der Veröffentlichung der Nachricht ins Plus, gab die Gewinne aber schnell wieder ab. Zuletzt stand sie wieder mit rund einem halben Prozent im Minus auf dem Niveau, das sie vor der Kreise-Meldung innehatte.

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