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KreiseWill Fresenius Anteile an Helios verkaufen?

Laut Medienberichten spielt Fresenius mit dem Gedanken, 20 Prozent Anteile der Kliniksparte Helios zu veräußern. Finale Entscheidungen seien noch keine gefallen. Verdi kritisiert die Pläne.

Helios Flaggen
Helios

Helios Flaggen vor einem Klinikum.

Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius will Kreisen zufolge einen Anteil von 20 Prozent an seiner Krankenhaussparte Helios verkaufen. Das Unternehmen arbeite mit den US-Banken Bank of America und JP Morgan zusammen, um das Interesse potenzieller Käufer auszuloten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am 8. April unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Helios könnte dabei einschließlich Schulden mit mehr als 15 Milliarden Euro bewertet werden.

Unter den Interessenten dürften vor allem Private Equity und Infrastrukturfonds sein, hieß es weiter. Die Überlegungen seien noch in einem frühen Stadium und es seien noch keine endgültigen Entscheidungen über Umfang oder Zeitpunkt einer möglichen Transaktion getroffen worden. Vertreter der genannten Unternehmen hätten sich nicht dazu äußern wollen.

Helios beschäftigt weltweit rund 125 000 Mitarbeitende und versorgt mehr als 22 Millionen Patientinnen und Patienten. Zur Helios Health Holding gehören die Helios Kliniken in Deutschland, Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika sowie die Eugin-Gruppe mit einem internationalen Netzwerk von Reproduktionskliniken.

Kritik von Verdi

Sylvia Bühler, Mitglied im Verdi-Bundesvorstand mahnte: „Private-Equity-Investoren, die allein auf kurzfristige Gewinnmaximierung aus sind, spielen im Gesundheitswesen eine immer größere Rolle. Das gefährdet die Versorgungqualität und setzt die Beschäftigten immer weiter unter Druck. Gerade auch in den beiden Jahren der Corona-Pandemie haben die Beschäftigten von Helios alles gegeben, um die Patientenversorgung zu gewährleisten. Jetzt aus den Medien zu erfahren, dass ein erheblicher Anteil von Helios verkauft werden soll, ist beschämend.“

Bereits in den vergangenen Monaten habe die Fresenius-Spitze – mitten in der Corona-Pandemie – sowohl in Deutschland als auch international versucht, die Kosten zulasten der Beschäftigten zu drücken, zugleich aber seine Dividendenzahlung an die Anteilseigner erneut angehoben. „Die Gesundheitsversorgung darf nicht an Aktienkursen und den Interessen von Spekulanten ausgerichtet sein. Die Belange der Patientinnen und Patienten sowie der Beschäftigten müssen stets im Vordergrund stehen“, betonte Bühler. Die Gesundheitsleistungen würden durch Sozialbeiträge und Steuern finanziert, dem System dürfe nicht länger systematisch Geld entzogen werden.

Die Gewerkschafterin forderte die Fresenius-Spitze auf, schnellstens Klarheit über die Konzernstrategie und die konkreten Folgen für Beschäftigung und Standorte zu schaffen. „Die Beschäftigten, die in den Helios-Kliniken jeden Tag unter schwierigen Bedingungen die Versorgung aufrechterhalten, fordern Transparenz und Sicherheit. Der Erhalt der Standorte und Arbeitsplätze sowie die Einhaltung aller Tarifverträge muss in jeder Konstellation dauerhaft gewährleistet sein.“

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