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Quartalszahlen Hohe Kosten und Lockdowns belasten Siemens Healthineers

Siemens Healthineers war zuletzt vom Erfolg verwöhnt. Im dritten Geschäftsquartal haben höhere Kosten in der Beschaffung und der Logistik sowie die Lockdowns in China jetzt zu einem Gewinnrückgang bei dem Medizintechnikkonzern geführt.

Siemens Healthineers
Siemens Healthineers

Das Büro- und Entwicklungsgebäude von Siemens Healthineers in Forchheim.

Die Lockdowns in China hätten einen Monat länger gedauert als gedacht, sagte Konzernchef Bernd Montag in einer Telefonkonferenz. Die Produktion dort habe zwar weitgehend aufrechterhalten werden können, jedoch habe es Auswirkungen auf die Logistik gegeben. Manche Umsätze würden daher erst in den Folgequartalen verbucht.

Dazu belastete die hohe Inflation. Zwar erhöhe Healthineers die Preise, dies wirke jedoch zeitverzögert. Auch das bislang florierende Geschäft mit Corona-Antigen-Schnelltests lieferte Montag zufolge erwartungsgemäß geringere Beiträge. Das bereinigte operative Ergebnis sank daher in den Monaten April bis Juni um knapp ein Fünftel auf 765 Millionen Euro. Nach Steuern verblieben 364 Millionen Euro und damit acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Krebsspezialist Varian wächst

Der Umsatz stieg um 3,7 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen sowie Währungseffekte, sanken die Erlöse um 5,7 Prozent. Dies lag an den geringeren Verkäufen von Schnelltests, die im vergangenen Jahr noch geboomt hatten. Rechnet man diesen Faktor heraus, ergibt sich ein leichtes Plus von 0,9 Prozent. Treiber war der im vergangenen Jahr übernommene US-Krebsspezialist Varian, der vergleichbar um 8,2 Prozent wuchs. Die Bildgebung lieferte ein Plus von 2,5 Prozent. Insgesamt hatten Analysten sich von dem Quartal mehr erhofft.

Die Aktie fiel in den ersten Handelsminuten um knapp sieben Prozent. Für Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan kommt das nicht überraschend, nachdem sich die Aktie zuletzt spürbar vom Juni-Tief erholt hatte. Die solide Auftragslage reiche wohl nicht aus, um den im Detail etwas durchwachseneren Geschäftsausblick aufzuwiegen.

Prognose für Gesamtjahr bestätigt

Für das vierte Quartal zeigte sich Konzernchef Montag bei der Vorlage der Zahlen jedoch optimistisch. Das Unternehmen bestätigte daher seine Prognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2021/22. So erwartet der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von 5,5 bis 7,5 Prozent und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,25 bis 2,35 Euro.

Dabei zeigte sich Healthineers für das Bildgebungsgeschäft etwas pessimistischer und senkte die Zielspannen für den vergleichbaren Umsatz und die bereinigte operative Marge um jeweils einen Prozentpunkt. Auch bei Varian dürfte die Marge etwas niedriger ausfallen als zunächst geplant. Die Umsatzerwartung für die Schnelltests wurde nochmals leicht auf 1,5 Milliarden nach zuletzt avisierten 1,3 Milliarden Euro erhöht.

Dabei geht das Management von einem robusten vierten Quartal aus, welches saisonal bedingt das umsatzstärkste Quartal werden dürfte. Dies werde sich auch positiv auf das Ergebnis auswirken, welches zudem von wirksam werdenden Preiserhöhungen profitieren dürfte. Dabei rechnet Konzernchef Montag eigenen Aussagen zufolge nicht damit, dass es in China nochmals zu Lockdowns in dem gleichen Ausmaße wie im dritten Quartal kommen wird.

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