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Finanzlage 2020Jahresergebnis des KRH stagniert auf Vorjahresniveau

Das Klinikum Region Hannover (KRH) beendet das Geschäftsjahr 2020 mit einem Minus von 13,8 Millionen Euro. Damit ist das Ergebnis auf Vorjahresniveau und um 2,6 Millionen Euro besser ausgefallen als im Wirtschaftsplan angenommen.

Kalkulation
Gina Sanders/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das Geschäftsfahr 2020 im Klinikum Region Hannover (KRH) war maßgeblich von der Corona Pandemie geprägt. Die höchste Priorität hatte die Konzentration auf die klinische Versorgung der Bevölkerung in der Region Hannover. Dies erforderte enorme Anstrengungen aller Beschäftigten auf allen Ebenen, insbesondere in den Behandlungseinheiten für Covid-Patientinnen und -patienten sowie Verdachtspatienten. Die Pandemie und ihre Bewältigung erschwerte dabei den laufenden erfolgreichen Konsolidierungsprozess des Klinikums Region Hannover. Dieser befand sich in einer Phase, die bereits im Jahr 2019 und auch zu Beginn des Jahres 2020 durch die sich verschärfenden Rahmenbedingungen der deutschen Krankenhausfinanzierung gekennzeichnet war. Dennoch ist es den Beschäftigten gelungen, zum wiederholten Mal ein positives Betriebsergebnis zu erzielen.

Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen liegt es für das Jahr 2020 bei 6,3 Millionen Euro. Deutlich wird aber, dass es nicht mehr möglich ist, die Lasten aus den Investitionen der Vergangenheit aus den Erlösen für die Krankenhausbehandlungen zu erwirtschaften. Nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen liegt das Jahresergebnis bei einem Minus von 13,8 Millionen Euro und damit auf dem Vorjahresniveau. Allerdings ist es um 2,6 Millionen Euro besser ausgefallen als im Wirtschaftsplan angenommen.

Sondereffekte durch die Pandemie machten sich bemerkbar

Wie außergewöhnlich das Jahr 2020 war, zeigen einige beispielhafte Zahlen. Aufgrund der Sonderlage und den damit verbundenen Einschränkungen des Versorgungsangebotes auf die medizinisch notwendigen Untersuchungen und Eingriffe sowie der verschärften Hygiene- und Isolationsnotwendigkeiten, ging die Fallzahl der behandelten Patientinnen und Patienten von 113 000 auf 96 000 zurück. Auch die Zahl der Behandlungstage in den psychiatrischen Krankenhäusern des Unternehmens sank von 279 000 auf 228 000. Diese Effekte wurden teilweise kompensiert durch die Freihaltepauschale, die der Bund im Bevölkerungsschutzgesetz vorgesehen hatte. Es blieben aber außerordentliche Sondereffekte, die nicht oder nicht vollständig kompensiert wurden. Dazu gehörten beispielsweise die Preisexplosion bei den Schutzmaterialien, Sonderaufwände für die Einrichtung von Heimarbeitsplätzen und Kinderbetreuung, die vorsorgliche Etablierung getrennter Aufnahme- und Infektionsbereiche in Container- und Zeltbauten sowie Sonderaufwände für Testungen und Impfungen.

Stark ins Gewicht fielen auch die gestiegenen Anforderungen an die Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen. Hierbei ist davon auszugehen, dass diese Belastungen mittelfristig bestehen bleiben. Insgesamt summieren sich diese Aufwände auf knapp acht Millionen Euro. Mit weiter andauernder Pandemie wird ein Grundproblem der deutschen Krankenhausfinanzierung erneut bestätigt: Die überbordende Bürokratisierung von Leistungsabrechnungen.

Zahl der Beschäftigten stieg 2020

Bezogen auf die Versorgungszahlen in der Region Hannover war der Anteil der Corona-Patienten, die in den Häusern des KRH versorgt werden konnten, mit 50 bis 60 Prozent weit über dem langjährigen Versorgungsanteil von etwa 40 Prozent. Dies lag an der dezentralen Netzwerkstruktur des KRH, die örtlich differenziertes Handeln erlaubte und dem hohen Versorgungsanteil an älteren Menschen in der KRH.

Trotz anderslautender öffentlicher Wahrnehmung ging die Fluktuation im abgelaufenen Jahr zurück und so gelang dem KRH ein deutlicher Aufbau an personellen Ressourcen, vor allem im pflegerischen Bereich. So stieg die Zahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Vollkräfte um 221 auf 5834. Auf die Zahl der Mitarbeitenden bedeutet dies den Sprung über die 8000er Marke von 7981 auf 8223 Beschäftigte. Die Differenz ergibt sich aus dem hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigten. Die Bewerberzahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.

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