BWKG-Indikator

Krankenhäuser beurteilen wirtschaftliche Situation so schlecht wie nie

„Die Krankenhäuser im Südwesten beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Situation so schlecht wie bislang noch nie“, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), Detlef Piepenburg, eines der zentralen Ergebnisse des BWKG-Indikators (2/2017).

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Foto: Pixabay

44,6 Prozent der Klinik-Geschäftsführer bezeichnen die wirtschaftliche Situation als schlecht.

44,6 Prozent der Klinik-Geschäftsführer bezeichneten die wirtschaftliche Situation als schlecht, nur 14,9 Prozent sehen sich in einer guten wirtschaftlichen Lage. Dementsprechend erwarten 51 Prozent der Kliniken, dass sie das Jahr 2017 mit roten Zahlen abschließen werden.

„Die neue Bundesregierung muss hier schnellstmöglich gegensteuern. Es muss im Gesetz klar verankert werden, dass das überdurchschnittliche Lohnniveau im Land in den Krankenhauserlösen berücksichtigt werden muss“, fordert Piepenburg. Pro Patient liegen die Kosten der Kliniken im Südwesten allein aufgrund der höheren Löhne fast 100 Euro über dem Bundesdurchschnitt. Die Erlöse für die Klinik-Leistungen liegen aber unter dem Bundesdurchschnitt. „Überdurchschnittliche Kosten und unterdurchschnittliche Erlöse – das muss beendet werden!“ unterstreicht Piepenburg. Das Geld dafür sei vorhanden. Schließlich führten überdurchschnittlich hohe Löhne der Klinikbeschäftigten auch zu überdurchschnittlich hohen Beiträgen zur Krankenversicherung.

Es fehlt an Fachkräften

Die Umfrageergebnisse zeigten sehr deutlich, dass die Gesundheitseinrichtungen im Land schon heute erhebliche Probleme hätten, ausreichend Pflegekräfte und Ärzte zu finden. Fast 70 Prozent der Krankenhäuser, 66 Prozent der Reha-Kliniken und 83 Prozent der Pflegeeinrichtungen haben beim BWKG-Indikator angegeben, Schwierigkeiten zu haben, freie Stellen mit Pflegefachkräften zu besetzen. Rund 64 Prozent der Krankenhäuser und fast 73 Prozent der Reha-Kliniken geben an, dass sie Schwierigkeiten haben, freie Stellen im ärztlichen Dienst neu zu besetzen.

Bei den Pflegeeinrichtungen rechnen etwa 20 Prozent für 2017 mit roten Zahlen. Damit hat sich ihre wirtschaftliche Situation etwas verbessert. „Die aktuelle Situation ist eine Atempause und zeigt, dass die Verbesserungen durch die Pflege-Reformgesetze wirken. Diese Atempause muss genutzt werden, um die Pflegeeinrichtungen auch für die Zukunft gut aufzustellen“, unterstreicht der Hauptgeschäftsführer.

Über den BWKG-Indikator

Bei der Umfrage zum BWKG-INDIKATOR befragt die BWKG die Geschäftsführer der Mitgliedseinrichtungen (Krankenhäuser, Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg) halbjährlich zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation und der Arbeitsmarktentwicklung. Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e.V. (BWKG) ist ein Zusammenschluss von 451 Trägern mit 208 Krankenhäusern, 125 Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen sowie 588 Pflegeeinrichtungen (davon 80 ambulante Pflegedienste und 39 Einrichtungen der Behindertenhilfe), die über insgesamt 115 857 Betten/Plätze sowie ambulante Behandlungskapazitäten verfügen.

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