Georg Thieme Verlag KG
kma Online

Corona und WirtschaftPharmakonzern Sanofi verzeichnet Gewinnsprung

Der Pharmakonzern Sanofi hat von den Entwicklungen in der Pandemie profitiert. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um fast 16 Prozent. Der auf die Aktionäre des Konzerns entfallende Gewinn unterm Strich legte um 48 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro zu.

Wachstum
Pixabay

Symbolfoto

Der Pharmakonzern Sanofi hat zu Beginn des Jahres reichlich von den Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie profitiert. Hinzu kamen erneut gut laufende Geschäfte mit dem Erfolgsmedikament Dupixent gegen Hauterkrankungen und Asthma, womit die Franzosen insgesamt mehr Umsatz und Gewinn gemacht haben als erwartet. Die Erlöse legten im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um rund 7 Prozent auf 8,97 Milliarden Euro zu, wie der Konzern am Freitag in Paris mitteilte. Das um diverse Faktoren bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um fast 16 Prozent auf 1,63 Euro. Der auf die Aktionäre des Konzerns entfallende Gewinn unterm Strich legte um 48 Prozent auf 1,68 Milliarden Euro zu.

„Starke Zahlen“

Analysten sprachen in ihren ersten Kommentaren von starken Zahlen des Konzerns. Dies gelte selbst dann, wenn die positiven Covid-19-Effekte ausgeklammert würden, schrieb JPM-Analyst Richard Vosser. Jefferies-Experte Peter Welford bekräftige zudem seine Einschätzung, dass die Sanofi-Aktie im Vergleich zu den restlichen Pharmariesen in der EU am attraktivsten bewertet ist. Viele Vorteile wie die Kostendisziplin, Effizienzmaßnahmen und die aussichtsreiche Pipeline seien im Kurs noch weitgehend unberücksichtigt. Etwa die Hälfte des Wachstums im ersten Quartal erklärte Sanofi mit der Erhöhung von Lagerbeständen auf der Kundenseite im Zuge der Covid-19-Krise. Im zweiten Quartal dürfte sich dieser positive Effekt aber teilweise wieder umkehren. Die Ziele für das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen dennoch. So soll das bereinigte Ergebnis je Aktie weiter um rund 5 Prozent zulegen, wenn es nicht zu größeren unvorhergesehenen Ereignissen kommt.

Teurer gehandelt als zum Jahresanfang

Besonders gut laufen die Geschäfte derzeit in der Biotechsparte, wo Sanofi Medikamente gegen seltene Erkrankungen, Multiple Sklerose, Krebs, Autoimmunerkrankungen und die Bluterkrankheit anbietet. Hier wuchsen die Umsätze um fast ein Drittel, vor allem getrieben durch den Kassenschlager Dupixent, der mit 776 Millionen Euro mehr als doppelt so hohe Erlöse einbrachte wie ein Jahr zuvor.

Bei den Impfstoffen legten die Franzosen um knapp vier Prozent zu. Das vergleichsweise schwache Wachstum lag an hohen Vergleichszahlen aus dem Vorjahr und auch an einem coronabedingten Rückgang im Bereich Reiseimpfstoffe. Die Erlöse mit den gängigen Grippeimpfstoffen verdoppelten sich dagegen.

Das Diabetes-Geschäft war erneut rückläufig, auch wenn sich hier im Zuge der Covid-19-Krise Hamsterkäufe bemerkbar gemacht hätten. Mit Lantus, einst Aushängeschild von Sanofi, setzte Sanofi fast 7 Prozent weniger um - die Konkurrenz durch Nachahmer ist hier groß. Der Konzern zieht sich auch deswegen bereits seit einiger Zeit aus dem Diabetes-Bereich zurück.

An der Börse legte die Aktie kurz nach Handelsbeginn in der Spitze um rund drei Prozent auf 91,70 Euro zu, drehte dann aber im insgesamt schwachen Markt leicht ins Minus. Mit einem Abschlag von zuletzt 0,54 Prozent lag sie immer noch auf den vorderen Plätzen im französischen Leitindex Cac40 sowie im europäischen Leitindex Eurostoxx 50. Von seinem Krisentief bei 67,65 Euro hat sich das Papier mittlerweile wieder vollständig erholt und wurde zuletzt sogar teurer gehandelt als zum Jahresanfang.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!