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Jahresziele erhöhtSolides Quartal bei Helios treibt Fresenius an

Der Krankenhaus- und Medizinkonzern Fresenius hat sich im zweiten Quartal unerwartet stark von den Belastungen der Corona-Pandemie erholt und hebt deshalb seine Jahresziele an. Dazu trug insbesondere die Kliniksparte Helios bei.

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Jiri Hera/stock.adobe.com

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Für 2021 peilt das Management um Fresenius-Konzernchef Stephan Sturm nun einen Zuwachs für das um Sondereffekte und Währungseinflüsse bereinigte Konzernergebnis im niedrigen einstelligen Prozentbereich an, teilte das Dax-Unternehmen mit. Zuvor wollte der Konzern das Ergebnis noch „mindestens in etwa stabil” halten.

Im zweiten Jahresviertel profitierte Fresenius unter anderem vom Krankenhausgeschäft und der Erholung der Servicegesellschaft Vamed. Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) dagegen, wo weiter viele chronisch Nierenkranke am Coronavirus sterben, musste erneut Ergebnis- und Umsatzeinbußen hinnehmen. Konzernweit legte der Umsatz um vier Prozent auf rund 9,2 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Gewinn stieg um 16 Prozent auf 474 Millionen Euro, währungsbereinigt ging es um ein Fünftel nach oben. Analysten hatten weniger erwartet.

Helios: Erholung bei elektiven Behandlungen hält an

Die Kliniksparte Helios, die in Deutschland 89 Krankenhäuser, rund 130 Medizinische Versorgungszentren und sechs Präventionszentren betreibt, erlebte ein solides zweites Quartal. Sie profitierte von der weiteren Erholung der Anzahl elektiver Behandlungen und einem positiven Case-Mix. Der Umsatz von Helios Deutschland stieg um sieben Prozent auf 1,68 Milliarden Euro (2. Quartal 2020: 1,57 Mrd. Euro). Die Akquisitionen der Malteser-Krankenhäuser trugen den Angaben zufolge vier Prozent zum Umsatzwachstum bei. Im ersten Halbjahr 2021 stieg der Umsatz von Helios Deutschland um fünf Prozent auf 3,35 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2020: 3,17 Mrd. Euro).

Sparprogramm: „Strategische Überprüfung des Krankenhausportfolios”

Im Zusammenhang mit dem bereits im Februar angekündigten Sparprogramm seien inzwischen in mehreren Konzernbereichen konkrete Initiativen gestartet worden, erklärte Fresenius weiter. Helios beispielsweise werde einen Schwerpunkt auf die strategische Überprüfung des Krankenhausportfolios und des ambulanten Versorgungsnetzes sowie auf die Reduzierung der Verwaltungskosten legen.

Insgesamt erwarte das Unternehmen in den Jahren 2021 bis 2023 signifikante Sparbeiträge aus allen vier Unternehmensbereichen und der Konzern-Holding, hieß es. Erste Effekte sollen bereits in diesem Jahr zu sehen sein. Die „konzernweiten Effizienzinitiativen” sollen demnach bis zum Jahr 2023 schrittweise zu Kosteneinsparungen in Höhe von jährlich mehr als 100 Millionen Euro führen – mit der Möglichkeit, in den Folgejahren noch zusätzliche Verbesserungen zu erzielen.

„Wir prüfen mögliche Einsparungen mit größter Sorgfalt, und wir setzen sie sehr gezielt und mit Augenmaß um", sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm. „Wir sparen, weil wir Ziele haben und diese verwirklichen wollen.” Es sei die Verantwortung des Konzerns, „sorgsam mit unseren wertvollen Ressourcen umzugehen”. Es gehe darum, die zur Verfügung stehenden Mittel zum Wohl der Patienten vorrangig dort einzusetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten könnten, betonte Sturm: „Es geht auch darum, Doppelarbeit zu vermeiden und Aktivitäten einzustellen, wenn der Aufwand in keinem gesunden Verhältnis zum Ertrag steht.”

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