Georg Thieme Verlag KG
kma Online

Krankenhausplan NRWWeitere katholische Klinikverbünde planen Zusammenarbeit

Mit der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH und der Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH denken zwei weitere Klinikverbünde in Nordrhein-Westfalen über eine Zusammenarbeit nach. Ein Beschluss wird für das vierte Quartal 2022 angepeilt.

Susanne Minten, St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH
St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH

Susanne Minten ist neben Hendrik Nordholt Geschäftsführerin der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH.

Guido Bunten
Günter Schmidt

Guido Bunten ist wie Dr. Andreas Weigand Geschäftsführer der Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH.

Die katholische Krankenhauswelt in Nordrhein-Westfalen verändert sich zunehmend. Nach den erneuten Plänen der St. Augustinus Gruppe, die Solinger Kplus-Gruppe zu übernehmen, bahnt sich jetzt ein weiterer Zusammenschluss an: Die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH (SAG) und die Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH (KKRN) mit Sitz in Marl haben Annahmen und Voraussetzungen einer möglichen Zusammenarbeit geprüft und diskutiert, teilten die beiden Unternehmen am frühen Dienstagabend mit. Im Laufe des Tages waren zuvor die Beschäftigten an allen Standorten informiert worden.

Die Gespräche um ein gemeinsames Zukunftsszenario würden in den nächsten Wochen intensiviert, heißt es weiter. Ziel sei ein finaler Beschluss der möglichen Zusammenarbeit im vierten Quartal 2022 durch die Gremien beider Unternehmen. Damit sollten Arbeitsplätze nachhaltig gesichert und eine konfessionelle, katholische Krankenhausstruktur in der Region erhalten werden. Entschieden sei allerdings noch nichts.

Mögliche Spezialisierungen sind das Ziel

Hintergrund sei die im August gestartete praktische Umsetzung des neuen Krankenhausplans für Nordrhein-Westfalen (NRW), heißt es in der Mitteilung. Damit sei für alle Krankenhausträger in NRW die Herausforderung verbunden, Zukunftsszenarien zu entwickeln, um knappe und wertvolle Ressourcen besser zu nutzen. SAG und KKRN eine das Ziel, durch mögliche Spezialisierungen und die Optimierung der Leistungserbringung die Patientenversorgung sicherzustellen und „auch zukünftig als konfessionelle Träger strukturiert im Wettbewerb agieren zu können“, erklärten die Geschäftsführungen der beiden Unternehmen.

Zusammen rund 2400 Betten

Der Klinikverbund KKRN betreibt mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus Dorsten, dem St. Sixtus-Hospital Haltern am See, dem Marien-Hospital Marl und dem Gertrudis-Hospital Westerholt vier Krankenhäuser im nördlichen Ruhrgebiet und beschäftigt nach eigenen Angaben fast 3000 Mitarbeitende. Zusammen verfügen die vier Kliniken über gut 900 Betten. Träger der KKRN-Häuser sind Kirchengemeinden, ein Orden und eine Stiftung.

Die SAG ist den Informationen zufolge mit 31 Einrichtungen an 15 Standorten in Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop-Kirchhellen vertreten und zählt insgesamt rund 4500 Beschäftigte. Zu dem Verbund gehören unter anderem sechs Krankenhäuser mit zusammen rund 1500 Betten. Der Träger ist die Probsteipfarrei St. Augustinus Gelsenkirchen.

Verbund könnte die Arbeitgeberattraktivität steigern

In einer gemeinsamen Verbundzukunft sehen die Aufsichtsratsvorsitzenden und die Geschäftsführungen der beiden Unternehmen einerseits die Chance, „als Leistungsverbund das Ruhrgebiet und Westfalen als Versorger miteinander eng zu verzahnen“ und Synergie-Effekte zu erzielen. Andererseits lasse sich auch die Arbeitgeberattraktivität steigern: Im diskutierten Zukunftsszenario gehe es zum Beispiel auch um die Verbreiterung des Fachabteilungs- und Krankenhausspektrums, die Verfügbarkeit von Einrichtungen und medizinisch-technischer Ausstattung sowie die Fachkräfteentwicklung und -bindung, die gemeinsam weiterentwickelt werden könnte.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!