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Neuer AnlaufSt. Augustinus Gruppe will Fusion mit Kplus

Die katholische St. Augustinus Gruppe startet einen erneuten Anlauf, die Kplus Gruppe zu übernehmen. Den Gesellschaftern des ebenfalls katholischen Trägers sei eine Absichtserklärung unterbreitet worden, ihre Anteile zu kaufen, teilte das Unternehmen mit.

Paul Neuhäuser, St. Augustinus Gruppe
St. Augustinus Gruppe

Paul Neuhäuser ist noch bis Ende September Vorsitzender der Geschäftsführung der St. Augustinus Gruppe.

Die Pläne reichen bis in das Jahr 2019 zurück. Schon damals hatten die beiden katholischen Träger St. Augustinus im nordrhein-westfälischen Neuss und Kplus in Solingen über einen Zusammenschluss gesprochen. Vor allem wegen der mit Blick auf die Corona-Pandemie unsicheren Situation waren die Verhandlungen allerdings zunächst auf Eis gelegt worden.

Inzwischen seien „in sehr konstruktiven Gesprächen Lösungen für die anstehenden Herausforderungen gefunden“ worden, heißt es jetzt. Es gebe einen soliden und tragfähigen Plan für die kommenden Jahre, „der die Fähigkeiten beider Gruppen zusammenführt und sie zukunftsfähig macht“. Wirtschaftlich stehe die Kplus Gruppe heute deutlich besser da als vor drei Jahren.

 

Wir sind zuversichtlich, dass die Gesellschafter unserer beiden Gesundheits- und Sozialunternehmen den Weg für einen Übernahmevertrag freimachen werden.

 

Deshalb haben Aufsichtsrat und Gesellschafter der St. Augustinus Gruppe jetzt beschlossen, die erneute Absichtserklärung zur Übernahme der Gesellschaftsanteile zu unterbreiten. Die Gremien der Kplus-Gesellschafter müssen darüber nun in den nächsten Wochen abstimmen.

Die Kplus-Gesellschafter sind die katholischen Kirchengemeinden St. Remigius in Leverkusen-Opladen, St. Sebastian in Solingen-Ohligs, St. Gereon und St. Dionysius in Monheim am Rhein sowie das Erzbistum Köln. Zwischenzeitlich hatte die Kplus Gruppe, die im Verbund rund 3200 Beschäftigte zählt, auch mit der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) über eine mögliche Zusammenarbeit verhandelt.

Kartellamt muss noch zustimmen

Er sei optimistisch, dass die Absichtserklärung jetzt zügig geschlossen werden könne, erklärt Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der St. Augustinus Gruppe: „Wir sind zuversichtlich, dass die Gesellschafter unserer beiden Gesundheits- und Sozialunternehmen danach den Weg für einen Übernahmevertrag freimachen werden.“ Wann genau ein Übernahmevertrag unterschrieben werde, stehe noch nicht fest. „Es sind noch entscheidende Punkte zu klären“, erklärt Neuhäuser: „Die Entscheidungen zum Krankenhausbedarfsplan und benötigte Investitionsmittel stehen noch aus, und auch das Kartellamt muss eine Freigabe zur Fusion erteilen.“

Durch die Übernahme der Gesellschafteranteile könne „eine rundum schlagkräftige Unternehmensgruppe entstehen, die mit ihrer Haltung und ihren Werten als christliches Unternehmen unverwechselbar bleibt“, sagt Paul Neuhäuser, der die St. Augustinus Gruppe Ende September nach mehr als 20 Jahren verlassen wird. Für ihn rückt zum 1. Oktober Andreas Degelmann in die Geschäftsführung, der bislang Sprecher der Geschäftsführung der Kplus Gruppe ist.

Kplus unterhält den Angaben zufolge unter anderem vier Krankenhäuser in Solingen, Leverkusen, Haan und Hilden (zusammen gut 1200 Betten). Die St. Augustinus Gruppe ist demnach an insgesamt 85 Standorten am linken Niederrhein zwischen Mönchengladbach und Solingen und zwischen Krefeld und Pulheim tätig. Die Gruppe beschäftigt rund 6000 Mitarbeitende.

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