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kma 2-3/2026kma Special: DMEA 2026

Die KIS-Entscheidung als Millionenspiel, das Ende von SAP IS‑H, Epic im Realbetrieb und eine Gesundheitspolitik ohne Gestaltungswillen: Unsere neue Printausgabe zur DMEA 2026 nimmt die digitale Realität der Krankenhäuser unter die Lupe. Dazu: Warum der Reha-Markt vor dem Umbruch steht und wie ein Netzwerk radiologische Bilddaten endlich medienbruchfrei vernetzt.

kma Ausgabe 2-3/26
Thieme

Die Digitalisierung des Krankenhauses ist keine Zukunftsvision mehr, sie ist operative Realität. Die aktuelle Ausgabe begleitet die DMEA 2026 und beleuchtet die drängendsten Fragen der Krankenhaus-IT: von der KIS-Wahl über TI-Messenger bis zur IS-H-Nachfolge.

Kaum eine Entscheidung prägt die digitale Zukunft eines Krankenhauses so stark wie die Wahl des richtigen Krankenhausinformationssystems. Vor dem Hintergrund des Europäischen Gesundheitsdatenraums geht es längst nicht mehr nur um Abrechnung und Dokumentation. Webbasierte Plattformen, Cloudfähigkeit und KI-taugliche Datenstrukturen werden zu zentralen Auswahlkriterien. Großes Aufsehen erregte die Entscheidung der Charité für das US-System Epic, dessen Einführung auf rund 200 Millionen Euro geschätzt wird. Ob sie zur Blaupause für andere Universitätskliniken wird, bleibt offen.

Wie eine Epic-Einführung gelingt, zeigt die Schweizer Insel Gruppe Bern. Die Gruppe mit 899 Betten und rund 55.000 stationären Patienten jährlich hat Epic im März 2024 an fünf Standorten gleichzeitig eingeführt und dabei mehr als 50 Altsysteme abgelöst. Ärztlicher Direktor Prof. Martin Fiedler und Innovationschef Pascal Schär berichten im Interview, wie der Go-live innerhalb weniger Tage gelang, welche organisatorischen Veränderungen Epic ausgelöst hat und warum sie das System trotz anfänglicher Skepsis als Transformationsinstrument verstehen.

Parallel zwingt das nahende Ende von SAP IS-H viele Häuser zum Handeln. SAP hat die Branchenlösung für 2027 abgekündigt, der Support läuft maximal bis 2030. Doch viele Kliniken zögern noch. Der Markt reagiert: Neue Marktanbieter und etablierte KIS-Hersteller wie CGM, Dedalus und Meierhofer entwickeln Alternativen. SAP selbst hat eine Technologiepartnerschaft mit dem Start-up Avelios Medical geschlossen und investiert in dessen cloudnatives KIS. Die Botschaft von Marktbeobachtern ist eindeutig: „Für welche Lösung sich Krankenhäuser auch entscheiden, sie müssen jetzt handeln. Bei allen Anbietern und Dienstleistern werden die Ressourcen zum Fristende hin knapp."

Nina Warken: Verwalterin statt Gestalterin

Ein Jahr nach ihrem Amtsantritt als Bundesgesundheitsministerin fällt die Bilanz von Nina Warken (CDU) ernüchternd aus. Das Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) ist nach langem Ringen verabschiedet, die Notfallreform verharrt im Entwurfsstadium, die Pflegereform bleibt ungelöst. Das GKV-Finanzloch wächst: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag stieg Anfang 2026 erstmals auf über drei Prozent, obwohl Warken Beitragsstabilität versprochen hatte. Kritiker werfen ihr vor, sich hinter Expertenkommissionen zu verstecken, statt die dringend erforderlichen Strukturreformen anzugehen. kma zieht Bilanz.

Reha-Markt vor dem Umbau

Mit der Krankenhausreform werden in Zukunft Patienten mit komplexerem Behandlungsbedarf früher in die Rehabilitation übergeben. Das verändert den gesamten Reha-Markt, denn die medizinischen Anforderungen werden steigen. Gleichzeitig drücken die hohen Kostensteigerungen und ein neues DRV-Vergütungssystem auf die Margen. Berater von Roland Berger und PwC sehen die Reha-Branche dennoch als potenziellen Gewinner der Umbrüche, wenn Häuser konsequent in Digitalisierung und ambulante Strukturen investieren.

Radiologische Bilddaten endlich medienbruchfrei

Das regionale Netzwerk Sax-PACS ermöglicht den direkten, sicheren Austausch radiologischer Bilddaten zwischen Kliniken und Praxen, ohne CD oder Fax. Bereits 60 Praxen und Kliniken haben eine Anbindung an das Netzwerk etabliert, darunter die Universitätsklinika Leipzig und Dresden. Nächster Schritt ist die bundesweite Ausweitung. 

Anna Herrschelmann
Executive Editor

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Lutz Benecke
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