Georg Thieme Verlag KG
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Roll-Out in RekordgeschwindigkeitInterprofessionelle digitale Dokumentation

„Dass sich am Prozess der Pflegedokumentation etwas grundlegend ändern muss, war uns schon seit einigen Jahren klar“, beschreibt Marcus Sieber, Assistent der Pflegedienstleitung, die Ausgangssituation am Klinikum Christophsbad. Die handschriftliche Dokumentation war einfach nicht mehr zeitgemäß. Heute dokumentiert das Haus in Göppingen sämtliche Prozesse rund um die Pflege inklusive Arztanordnungen und Therapieverläufen überwiegend digital.

RECOM-GRIPS
Thieme Gruppe / Kirsten Oborny

Marcus Sieber (l.), Assistent der Pflegedienstleitung, Melek Ercan, IT-Projektleiterin, und Pflegedienstleiter Sven Kittel steuern gemeinsam die Einführung der digitalen Dokumentation mit RECOM-GRIPS.

„Der Dokumentationsaufwand der Pflege ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Hierfür mussten wir eine nachhaltige Lösung finden, um die Patienten trotzdem weiterhin bestmöglich betreuen zu können“, weiß Marcus Sieber. In einem langwierigen Evaluierungsverfahren fiel die Entscheidung auf RECOMGRIPS. „Den Ausschlag haben letztlich der hohe pflegewissenschaftliche Anspruch in Form des Pflegeklassifikationssystems ENP und die problemlose Integration in unser vorhandenes KIS gegeben“, erinnert sich Sieber. Klar war von Anfang an, dass die elektronische Dokumentation mit GRIPS auf allen Stationen eingeführt werden sollte – und zwar möglichst schnell.

Gut geplant und bestens vorbereitet

Vor dem Startschuss zur Implementierung Anfang 2019 gab es eine intensive Planungsphase, bei der IT-Abteilung, Pflegedienstleitung und ärztlicher Dienst intensiv zusammengearbeitet haben. „Dass alle Berufsgruppen bereits in der Planungs- und Projektierungsphase eingebunden waren und von den Projektverantwortlichen seitens RECOM beraten wurden, war für den erfolgreichen Roll-Out ganz entscheidend“, ist Sven Kittel überzeugt. Der Pflegedienstleiter hat gemeinsam mit Marcus Sieber die Einführung von GRIPS gesteuert.

Eine bis zwei Wochen je Station – dieses ambitionierte Ziel gab man am Klinikum Christophsbad  für den Roll-Out von RECOM-GRIPS vor. Die Gründe hierfür sind einleuchtend: Zum einen sollten die Mitarbeiter auf den Stationen nicht länger als nötig den doppelten Dokumentationsaufwand haben, zum anderen verhindert ein klarer Schnitt, dass sich alte Gewohnheiten wieder einschleifen. „Wir wollten auf jeden Fall vermeiden, dass weiterhin handschriftlich dokumentiert wird“, sagt Marcus Sieber. „Der Schritt hin zur digitalen Dokumentation ist nur sinnvoll, wenn er ganz und gar vollzogen wird.“

Im Vorfeld der Implementierung der digitalen Dokumentationslösung wurden für die einzelnen Stationen mobile Arbeitsplätze in Form von Visitenwägen mit Thin Clients bereitgestellt. Intensive Schulungen mit dem interprofessionellen Team aus pflegerischem, ärztlichem und therapeutischen Personal gingen dem Roll-out voran. Zum Start für die Implementierung von RECOM-GRIPS hat man bewusst Stationen mit hohen Anforderungen an die Dokumentation gewählt. Nach dem Motto „Wenn es hier klappt, klappt es überall“ ging es mit gerontopsychiatrischen Stationen los. Bereits auf diesen Pilotstationen konnte der selbstgesetzte Zeitrahmen von einer Woche Testbetrieb eingehalten werden.

Erfahrungen aus dem Realbetrieb

Anfang März 2020 arbeiteten bereits 20 von 29 Stationen mit der elektronischen Dokumentation. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben positives Feedback. „Die Kollegen entwickeln schon jetzt höhere Ansprüche an das System und tragen mit ihren Anregungen zur dynamischen Weiterentwicklung bei“, freut sich Sven Kittel.

Die Stimmen aus der Ärzteschaft fallen auch weitestgehend positiv aus. Sie profitiert ebenfalls von den Vereinfachungen, die GRIPS mit sich bringt. Insgesamt führe die elektronische Dokumentation zu berufsgruppenübergreifenden Synergien, indem die Arbeit aller Kollegen und Berufsgruppen strukturierter und einheitlicher dokumentiert werde. Die dadurch eingesparte Zeit komme letztendlich den Patienten zugute.

RECOM GmbH

RECOM versteht sich als Ansprechpartner für qualitative und innovative digitale Produkte und Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Gemeinsames Ziel der über 40 Mitarbeitenden ist es, als professioneller und kompetenter Partner die tägliche Arbeit aller Akteure im internationalen Gesundheitswesen mit digitalen Werkzeugen zu optimieren.
Grundlage für diese Mission bildet eine fundierte wissenschaftliche Forschungsarbeit. Wichtiges Ziel ist die Nutzung intelligenter Wissensmanagementsysteme als Beitrag zur Entscheidungsunterstützung der Gesundheitsakteure. Der Hauptfokus liegt dabei auf der digitalen, papierlosen Umsetzung der klinischen Dokumentation sowie auf der Kommunikation zwischen allen am klinischen Prozess beteiligten Berufsgruppen.
Daneben berät und schult RECOM Einrichtungen des Gesundheitswesens und deren Softwarehäuser, um bereits bestehende Ansätze der Digitalisierung zu erweitern oder zu optimieren. Der Einsatz von standardisierten Pflegeterminologien in den Einrichtungen spielt dabei eine bedeutende Rolle, um eine barrierefreie und sektorenübergreifende Patientenversorgung sicherzustellen. RECOM ist Teil der Thieme Gruppe.