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Innovative Ideen30 Stunden Tüfteln beim Healthcare Hackathon in Kiel

18 internationale Teams aus Computerspezialisten und Fachexperten haben sich beim größten „Healtcare Hackathon“ Deutschlands in Kiel der digitalen Zukunft in der Medizin gestellt und innovative Lösungen für die medizinischen Herausforderungen von morgen präsentiert.

Healthcare Hackathon 2017 Sieger
Foto: UKSH

Die Gewinner v.l.n.r.: Rene Fischer (Notfallapp, Drohnenpilot), Harald Moritz (Programmierung der Drohne), Valentin Benke (Abwurfmechanismus, Video)

 

Healthcare Hackathon 2017
Foto: UKSH (Licht und Feder)

Das Team "Avatar Challenge" beim Tüfteln.

Healthcare Hackathon 2017
Foto: UKSH (Licht und Feder)

Das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des UKSH auf der Messe „Gesundheit morgen“.

150 Hacker haben sich in 18 Teams am vergangenen Wochenende den medizinischen Herausforderungen von morgen gestellt und bei Deutschlands größtem „Healthcare Hackathon“ innovative Ideen und Lösungen entwickelt. 30 Stunden programmierten und tüftelten die Hacker an ihren Ideen für die Medizin der Zukunft. Im Anschluss präsentierten die Teams ihre Ideen in dreiminütigen Pitches der Jury.

Am Ende überzeugten die jüngsten Teilnehmer mit ihrer „Drotain – Notfalldrohne“ die hochkarätige Jury. Die Drohne der Österreicher soll im Notfall gezielt Hilfsinstrumente an hilfsbedürftige Personen abwerfen und den Rettern die genauen GPS-Daten des Verunglückten übermitteln. Auf Platz 2 schaffte es das Team „Patientennotiz“: Sprachgesteuerte Assistenzsysteme sollen die Dokumentationsabläufe im Krankenhaus oder in der Pflege effizienter organisieren, damit mehr Zeit für die Patienten bleibt. Platz 3 ging an das Team „Avatar-Challenge“: Ein Avatar ist Patienten bei der Anmeldung im Krankenhaus behilflich bzw. kann den administrativen Aufnahmeprozess in verschiedenen Szenarios durchführen. Den 4. Platz belegt das Team „EmergAssist - Ihr Notruf Assistent“: Eine App unterstützt Opfer, Ersthelfer und Notrufzentrale sowie die Einsatzkräfte: Klassifizierung der Verletzung mit Bilderkennung, Absenden des Notrufs mit automatisch übermittelter Standortinformation, Livestream zwischen dem Einsatzort und der Leitstelle zum verbesserten Informationsaustausch (Lageeinschätzung durch Experte, Standort der Einsatzfahrzeuge), Unterstützung bei Erste-Hilfe-Prozessen (z. B. Anleitung zur Wiederbelebung).

Der Publikumspreis ging an das Team „Intelligent Health Box“: Eine Gesundheitsbox für zu Hause verfolgt, welche Medikamente der Benutzer zu sich nimmt, gibt bei Herausgabe entsprechende Hinweise zur Einnahme und kann Medikamente automatisch nachbestellen. Zusätzlich kann die Box Daten aus anderen Geräten erfassen, z.B. Blutdruck oder Herzfrequenz, und eine direkte Verbindung zum Arzt oder Familienmitgliedern aufbauen.

Bereits am ersten Tag des Health-Hack hat Edwin M. Lee, Bürgermeister von San Francisco, gemeinsam mit seinem Amtskollegen Dr. Ulf Kämpfer sowie Bart De Witte, Director Digital Health DACH bei IBM, Sven Fricke, Geschäftsführer der Kieler Nachrichten, und Dr. Christian Elsner, Kaufmännischer Direktor des UKSH, Campus Lübeck, einen Blick hinter die Kulissen des Health-Hack geworfen und sich über die innovativen Ideen informiert.

Auf der öffentlichen Messe „Gesundheit morgen“ haben am Sonnabend mehr als 2000 Besucher einen Blick in die Zukunft der Medizin geworfen. Mehr als 30 Aussteller zeigten innovative Lösungen für die Herausforderungen in der Medizin. Vom Pflegeroboter „Zora“ über den digitalen Seziertisch und das hochmoderne robotergestützte Chirurgie-System „da Vinci“ bis zum mit Hightech ausgestatteten Medi-Bus – die gut besuchte Publikumsmesse lud zum Anfassen, Mitmachen und Staunen ein. Auf der Bühne präsentierten die Veranstalter ein unterhaltsames Programm aus Diskussionsrunden und Vorträgen. Ein Höhepunkt: Schirmherr Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg gab den Startschuss für den landesweiten Launch der neuen App „Meine Stadt rettet“. Ab sofort können sich Ersthelfer unter www.meine-stadt-rettet.de registrieren lassen, um im Notfall vor Eintreffen des Rettungsdienstes Erste Hilfe zu leisten.

Den Abschluss der Veranstaltung nutzten das UKSH und IBM, um ihre Kooperation voranzutreiben und verkündeten die Gründung eines „Innovation Hub“ mit Büros in Kiel, Lübeck und Hamburg als dauerhafter Ideen- und Lösungsgeber für die Herausforderungen des Gesundheitssystems. Der Hub fungiert dabei als Marktplatz für digitale Innovationen und verfügt mit eigenen Entwicklern auch über das Potenzial, gezielt Projekte zu realisieren. Ab dem 1. Oktober 2017 startet der Hub und wird unterstützt von „Fleet7“, dem Coworking-Space der Kieler Nachrichten.

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