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Digitale GesundheitslösungenDAK-Gesundheit veröffentlicht Digitalisierungsreport 2021

Im Rahmen des Digitalisierungsreports 2021 der DAK-Gesundheit haben sich Ärzt*innen zu ihren Erfahrungen mit digitalen Anwendungen geäußert und offengelegt, welche Einstellungen sie dazu haben. Generell zeigt sich: die Skepsis ist groß!

 

Digital Health
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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen stößt weiterhin nicht bei allen Ärztinnen und Ärzten auf offene Ohren. Das zeigt der Digitalisierungsreport 2021 von DAK-Gesundheit und Ärzte Zeitung. Etwa zwei Drittel der Befragten fühlen sich nicht ausreichend auf die Nutzung digitaler Gesundheitslösungen wie der elektronischen Patientenakte vorbereitet. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Ärzteschaft bei der Digitalisierung nicht mitgenommen wurde,“ sagt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Wir brauchen deshalb eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie und eine neue Qualität der Zusammenarbeit.“

Digitale Lösungen bereiten auch Schwierigkeiten

569 Ärzt*innen sowie 16 Psychotherapeut*innen haben sich im Frühherbst 2021 an der Online-Befragung von EPatient Analytics beteiligt und sich zu ihren Erfahrungen und Einstellungen im Bereich eHealth geäußert. Der Großteil der Befragten kennt die wichtigsten digitalen Gesundheitslösungen, hatte sie zum Zeitpunkt der Befragung aber noch nicht eingesetzt. Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich mit der Nutzung der digitalen Anwendungen überfordert.

Andererseits sehen gut die Hälfte der befragten Ärztinnen und Ärzten, die bereits Erfahrungen mit digitalen Gesundheitslösungen gesammelt haben, auch deren Vorteile: 56 Prozent erkennen beispielsweise im Einsatz eines elektronischen Medikationsplans eine verbesserte Qualität der Patientenversorgung.

Besondere Skepsis ermittelte die Studie in Bezug auf die Telematikinfrastruktur (TI). Diejenigen Befragten, die ihre Eindrücke in einem Freitextfeld schilderten, äußerten sich zu 93,5 Prozent negativ zu ihren Erfahrungen mit der TI. Viele bemängelten eine ungenügende Einbindung der Ärzteschaft seitens Politik und Gematik und erklärten, sich bevormundet zu fühlen.

Klinikärzt*innen glauben an Vorteile der Digitalisierung

Von den in Kliniken tätigen Ärzt*innen sind 58 Prozent der Meinung, dass die Digitalisierung der Versorgung zu Verbesserungen bei den Abläufen führen kann. Die Hälfte der Klinikärzt*innen glaubt auch, dass digitale Anwendungen die Behandlungsgqualität verbessern können.

DAK-Vorstand bemängelt unzulängliche Zusammenarbeit

„Die Ergebnisse unseres Digitalisierungsreports sind ein Weckruf, der Konsequenzen haben muss,“ betont DAK-Vorstand Andreas Storm. „Um die Digitalisierung im Gesundheitswesen gemeinsam zu gestalten, sind deshalb zwei Punkte für die neue Ampel-Regierung entscheidend: Erstens eine ehrliche und schnelle Bestandsaufnahme, wo die Probleme bei der Digitalisierung liegen. Auf dieser Grundlage sollten Maßnahmen im Sinne der digitalen Versorgung erarbeitet werden. Zweitens müssen die Governance-Strukturen optimiert werden. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Umgestaltung der Gematik zur Gesundheitsagentur erfordert eine stärkere Einbindung der Selbstverwaltungspartner.”

Storm fordert eine neue Qualität der Zusammenarbeit. Entscheidend würde sein, sowohl die Ärztinnen und Ärzte als auch die Krankenkassen stärker einzubinden und die Digitalisierung mit ihnen gemeinsam zu gestalten – orientiert am Versorgungsalltag und am Nutzen für die Patientinnen und Patienten. Die Pläne der Ampel-Koalition, die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben, lobt DAK-Vorstand Storm ausdrücklich. Eine entsprechende Strategie müsse auch mehr Gestaltungsspielräume für die gesetzlichen Krankenkassen beinhalten, eigene digitale Lösungen zu etablieren.

Der Digitalisierungsreport 2021 ist eine Kooperation der DAK-Gesundheit mit der „Ärzte Zeitung“ und Springer Medizin. Der Report wurde jetzt zum dritten Mal von der EPatient Analytics GmbH erstellt und ausgewertet.

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