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Health ITDedalus auf dem Weg zum Global Player

Dedalus wird also die Produktpalette im DACH-Markt erweitern?
Derzeit sind wir sehr stark fokussiert auf Akutkrankenhäuser, Rehakliniken und psychiatrische Kliniken. Mit dem Zusammengehen mit Dedalus bestehen nun aber neue Möglichkeiten. Ein Beispiel wäre die digitale Pathologie. Da ist Dedalus sehr stark, während wir bisher auf der Agfa-Seite dazu nichts anzubieten hatten. Im breiten Dedalus-Portfolio gibt es noch weitere sehr gute Produkte, die wir in den DACH-Märkten anbieten können werden. 

Dedalus hat seine Heimat in Italien, einem Land mit einer eher staatsgetriebenen Gesundheitswirtschaft. Der deutsche Markt ist stärker privat orientiert, aber sehr hoch reguliert. Wie schwierig ist es, beide Portfolios zusammenzubringen und zu synchronisieren?
Die Produktportfolios müssen ja nicht in allen Punkten zusammengebracht werden. Dedalus ist zum Beispiel im Niedergelassenen-Bereich einer der Marktführer in Italien. Wir hier in DACH sind in diesem Bereich gar nicht unterwegs. Diese italienische Lösung jetzt in den deutschen Markt zu bringen, würde aus diversen Gründen keinen Sinn ergeben. Ansonsten findet selbstverständlich ein Abgleich der Portfolios statt. Wir werden uns auf jeden einzelnen Ländermarkt konzentrieren und die Spezifika dieser Märkte nicht aus den Augen verlieren. ORBIS, das in rund 1 000 Krankenhäusern in DACH und in Frankreich läuft, wollen wir durch neue Technologien und bahnbrechende Produkte – auch aus dem bestehenden Dedalus-Portfolio – deutlich erweitern.

Können Sie Beispiele nennen?
Ja, ein Beispiel wäre die Möglichkeit, Teile von CPOE in ORBIS zu integrieren. CPOE ist eine Anforderungsplattform, die es bereits in Italien und Frankreich gibt. Wir machen uns jetzt sehr tiefgehende Gedanken, wie wir diese in ORBIS einbauen können. Das wäre ein Beispiel für einen klassischen Synergieeffekt. Ein weiteres Beispiel ist, dass KIS-/KAS-Ansätze von Dedalus in vielen Fällen gleiche Technologien oder technologische Grundlagen aufweisen, was die Integration natürlich deutlich vereinfacht. Wir können jetzt durch neue Produkte, die es schon gibt, unsere bestehenden Plattformen ergänzen.

Das klingt dennoch nach einem sehr hohen Koordinations- und Anpassungsaufwand…
Der Koordinationsaufwand ist das Schicksal von paneuropäischen Health-IT-Unternehmen. Aber wir sind seit Monaten mit Hochdruck daran, die Themen abzustimmen. Es gibt jetzt sehr interessante Diskussionen, weil wir einerseits von neuen Teams und Herangehensweisen lernen können, andererseits sagen wir ganz genau: Okay, wir haben sehr viel Ahnung, wir kennen unsere Märkte in DACH sehr genau, diese Punkte brauchen unsere Kunden. 

Klinikgeschäftsführer befürchten, Dedalus könnte versuchen, den hohen Kaufpreis den Bestandskunden aufzudrücken – etwa durch erhöhte Kosten bei Servicedienstleistungen. Was sagen Sie dazu?
Das sind aus meiner Sicht unnötige Befürchtungen. Zu den meisten Kunden haben wir ein ausgesprochen langfristiges Geschäftsverhältnis. Wenn man einmal einen Handschlag gegeben hat, kann man jetzt nicht einfach hingehen und höhere Preise einfordern. Wir werden absolut vertrauenswürdig bleiben. Gerade jetzt in den schwierigen Corona-Zeiten zählen langfristige, vertrauensvolle und konstruktive Partnerschaften zwischen unseren rund 1500 loyalen Klinik-Kunden in DACH und uns. Weiteres Wachstum, interne Effizienzsteigerungen und Synergien rechtfertigen den Kaufpreis voll und ganz.

Es gibt also für Bestandskunden keine Preiserhöhungen bei Service- und Wartungsverträgen?
Nein, überhaupt nicht. Die Verträge werden 1:1 übernommen.

Wird im Zuge der Übernahme Personal abgebaut?
In der DACH-Region gibt es keinen Personalabbau, weil es auch keine personellen Überschneidungen gibt. Im Gegenteil, infolge des wiederum starken Wachstums in DACH stellen wir hier aktuell sogar viele zusätzliche Mitarbeiter/innen ein. 

Wo sieht sich Dedalus in drei Jahren als Unternehmen im deutschen Gesundheitsmarkt?
Natürlich wollen wir unsere jeweilige Marktführerschaft in den Bereichen KIS, RIS/PACS, Kardiologie, DMS/ECM und Business Intelligence im Klinikmarkt weiter ausbauen. Es gibt noch viele Themen und Markt-Segmente, in denen wir weiter wachsen können mit den Produkten, die wir schon haben, sowie mit neuen Produkten und Technologien, wie z.B. Integrated Care und Clinical Analytics. Wir haben jetzt auch die Möglichkeit, uns auch das eine oder andere interessante Unternehmen anzuschauen. Mehr noch: Wir sind sogar ermuntert worden, auch anorganisches Wachstum anzustreben.

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