Georg Thieme Verlag KG

PostStroke-ManagerDigital-gestützte Nachsorge nach Schlaganfall

Ein Team des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) und des Innovationszentrums für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) hat eine Machbarkeitsstudie zur digital-gestützten Schlaganfallnachsorge gestartet.

PostStroke-Manager
Uniklinikum Leipzig

Das Team des Projekts PostStroke-Manager.

Erstmals wurde in Deutschland ein innovatives Konzept für eine digital-gestützte Schlaganfallnachsorge entwickelt. Ein Team aus Mediziner*innen und Forschenden der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig und des Innovationszentrums für Computerassistierte Chirurgie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig stellt nun das Projekt PostStroke-Manager vor.

Gefördert wird das Projekt durch öffentliche Mittel des Freistaates Sachsen im Rahmen der Richtlinie „eHealthSax“. Zudem besteht eine Kooperation mit der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Unter Leitung von Klinikdirektor Prof. Joseph Claßen, Prof. Galina Ivanova vom ICCAS und Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit) der Klinik und Poliklinik für Neurologie am UKL, wurde das Projekt entwickelt.

Das Projekt greift typische Problemfelder in der Schlaganfallnachsorge auf: Neben der Abmilderung bestehender Schlaganfallsymptome und der frühzeitigen Möglichkeit der Behandlungsanpassung sollen auch weitere Schlaganfälle verhindert werden. Dies soll durch die engmaschige Überprüfung von Risikofaktoren ermöglicht werden. Auch soll das Projekt der Vermittlung individuell relevanter Informationen und der Erarbeitung eines Krankheitsmodells dienen, wodurch die Gesundheitskompetenz der Patient*innen gestärkt wird.

Prüfung auf Praxistauglichkeit

Nach mehr als zwei Jahren Entwicklung und einer klinische Vortestphase seit Oktober 2021 hat nun innerhalb des Projekts eine Machbarkeitsstudie (Januar 2022) begonnen, in der das Konzept über ein Jahr erprobt wird. Damit soll der PostStroke-Manager auf seine Praxistauglichkeit geprüft werden. So soll er nicht nur im Akutkrankenhaus, sondern auch in Praxen niedergelassener Ärzt*innen, Rehabilitationseinrichtungen und vor allem im Wohnumfeld der Patient*innen eingesetzt werden.

Zur Prüfung der Praxistauglichkeit werden Patienten im ersten Jahr nach dem Schlaganfall parallel durch das digitale System sowie durch speziell geschulte Schlaganfalllotsen begleitet. Anschließend soll die individualisierte Nachsorge über digitale Angebote gewährleistet werden. Das ausgearbeitete Nachsorgekonzept besteht hierbei aus einer neu entwickelten App, Portalen für die Behandelnden und einer Begleitung durch Schlaganfalllotsen.

Laut Prof. Ivanova vom ICCAS bestünde aufgrund der Alleinstellungsmerkmale bereits überregionales Interesse am System. Der erste Test bedeute daher eine große Herausforderung.

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