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DigitalRadar KrankenhausKlinische Prozesse und Informationsaustausch ausbaufähig

Die ersten Ergebnisse des DigitalRadar Krankenhaus zur Evaluierung des Reifegrads deutscher Krankenhäuser hinsichtlich der Digitalisierung zeigen, vor allem in den Dimensionen klinische Prozesse, Informationsaustausch und Telehealth gibt es Entwicklungsbedarf.

Digitalisierung
Weissblick/stock.adobe.com

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Im Rahmen der ersten Online-Erhebung zur Evaluierung des Reifegrads deutscher Krankenhäuser hinsichtlich der Digitalisierung nach §14b KHG gaben 1616 Krankenhäuser eine Selbsteinschätzung ab. Rund 91 Prozent der Plankrankenhäuser bewerteten zwischen Oktober und Dezember 2021 ihre klinischen Prozesse, die Möglichkeiten zum Informationsaustausch und die Patientenpartizipation. Nun wurden die ersten Ergebnisse der Erhebung vorgestellt. 

Vor allem in den Dimensionen klinische Prozesse, Informationsaustausch, Telehealth und Patientenpartizipation liegt Potenzial zur Verbesserung. Auch die Weitergabe strukturierter Daten im Krankenhausbereich sowie die Interoperabilität zwischen den vorherrschenden Softwarelösungen ist ausbaufähig.

Nationales Benchmarking-Projekt

Die erste DigitalRadar Reifegraderhebung gleicht einer nationalen Bestandsaufnahme. Noch nie zuvor gab es ein so umfangreiches, einheitliches Benchmarking mit dem konkreten Ziel, die Digitalisierung der Krankenhauslandschaft eines Landes zu vermessen, um daraus den Bedarf zur Verbesserung der Versorgung abzuleiten.

Durchschnittlich erreicht der DigitalRadar Score der deutschen Krankenhäuser 33,25 Punkte (von maximal 100 erreichbaren), wobei die Ergebnisse breit streuen (Standardabweichung 10,18) und sich je nach Trägerschaft und Größe der Krankenhäuser unterscheiden. Der niedrigste Punktwert liegt bei 3,27 Punkten, der höchste erreichte Punktewert liegt bei 63,87 Punkten.

Die Krankenhäuser sind bisher unterschiedlich weit auf dem Weg zur Digitalisierung und setzen individuelle Prioritäten. „Es wird sehr interessant sein, zu sehen, inwiefern das Investitionspaket des KHZG diese Variation für eine bessere Versorgung senken kann“, sagt Prof. Dr. Alexander Geissler, Co-Projektleiter des DigitalRadar.  

Internationaler Vergleich des Digitalisierungsstands

Der internationale Vergleich der deutschen Krankenhäuser auf Basis der prognostizierten EMRAM-Stufen liefert wichtige Erkenntnisse über die Fortschritte auf dem Weg zur digitalen Reife. Neben einer umfassenden Einschätzung der deutschlandweiten digitalen Reife enthält das DigitalRadar-Modell zudem einen geschätzten EMRAM-Reifegrad, der ein globales Benchmarking ermöglicht.

Deutschlands Kliniken haben im Vergleich zu anderen Ländern wesentliche Fortschritte gemacht. Sie sind gut positioniert, um die digitale Reife in vorrangigen Bereichen wie Interoperabilität und Patientenpartizipation voranzutreiben. Die prognostizierten EMRAM-Indikatoren zeigen außerdem, dass knapp ein Drittel der deutschen Krankenhäuser die Kernforderungen des internationalen Modells mit geschätzten Reifegraden bis zur Level-5-Zertifizierung erfüllen. Die restlichen 69 Prozent haben gute Möglichkeiten, sich einem höheren Score zu nähern, indem sie digitale Lösungen im Bereich der Radiologie, des Labors oder der Kardiologie vorantreiben.

Mit dem jetzigen Ergebnis schneidet Deutschland im Vergleich zu beispielsweise Australien oder Kanada solide ab: Wesentlich mehr deutsche Krankenhäuser haben im Vergleich den Reifegrad 0 überschritten.

Fortschrittsanalyse via Dashboard

Um die Ergebnisse des DigitalRadars für die Krankenhäuser nutzbar zu machen, hat das Konsortium „DigitalRadar“ ein Dashboard entwickelt, auf das die Krankenhäuser ab dem 11. Februar 2022 zugreifen können. Durch die visualisierten Ergebnisse sei beispielsweise der Anstoß weiterer Analysen von potenziellen Handlungsfeldern möglich, um in die Strategieentwicklung zu gehen. Weitere Vergleichsmöglichkeiten entstehen durch angebotene Filterkriterien. In den kommen Monaten sollen noch weitere Analysemöglichkeiten hinzukommen. Jedes Krankenhaus hat mit Hilfe des Tools die Chance, seinen Fortschritt in Richtung digitaler Reife zu verfolgen.

Für Krankenhäuser, die sich basierend auf den neun Förderetatbeständen um Förderung beworben haben, ist die Messung des digitalen Reifegrades obligatorisch. Das Reifegradmodell DigitalRadar ermöglicht in diesem ersten Schritt die umfassende Bewertung des Digitalisierungsgrads. In einem zweiten, späteren Schritt wird es Aufschluss über die Effekte der Förderung in Bezug auf eben diesen Digitalisierungsgrad und der Verbesserung der Versorgung von Patient*innen bzw. regionaler Versorgungsstrukturen geben.

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