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Digitaler Krebs-AssistentErneut Millionenfinanzierung für Mika-App

Das Digital Health Unternehmen Fosanis hat in einer weiteren Finanzierungsrunde einen Millionenbetrag für seine App Mika eingesammelt. Die Anwendung dient als digitaler Begleiter bei der Krebstherapie.

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Scaliger/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Mika-App von Fosanis ist die erste deutsche, als Medizinprodukt zugelassene digitale Therapiebegleitung für Krebspatientinnen und -patienten. In einer weiteren Finanzierungsrunde hat sich die Anwendung nun erneut eine millionenhohe Förderung gesichert. Zu den Kapitalgebern gehören der paneuropäische Wagniskapitalgeber Ananda Impact Ventures, die IBB Ventures und die Beteiligungsgesellschaft Evodia. Außerdem bezieht das Digital Health Unternehmen Mittel aus dem ProFIT-Programm der Investitionsbank Berlin.

Das Kapital soll nach Auskunft des Unternehmens in die Verbreitung und den Ausbau der Mika-App fließen. Im Fokus stehen zudem wissenschaftliche Studien, um die Evidenz zur Wirksamkeit der Anwendung weiter auszubauen. Ein Ziel ist es, in das Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) aufgenommen zu werden. Erwartet wird die Genehmigung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) als „App auf Rezept“ zu Ende des ersten Quartals 2021. Ab dann werden die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die digitale Therapiebegleitung erstatten.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) erkranken in Deutschland jährlich 492 000 Menschen an Krebs. Eine bessere Prävention, Früherkennung und fortlaufend aktualisierte Behandlungen tragen dazu bei, die Krebssterblichkeit über alle Altersklassen hinweg kontinuierlich zu senken. Das zeigen die Daten des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Die Diagnose stürzt Krebserkrankte oft in eine existenzielle Krise. Vermeintlich einfache Fragen, ob und welchen Sport sie während der Krebstherapie treiben dürfen oder wie sie ihre Motivation und Lebenslust wiedererlangen, können behandelnde Onkologen nicht in dem Umfang beantworten, wie Patientinnen und Patienten es brauchen. Die Mika-App bietet als Krebs-Companion-App einen holistischen Ansatz. Dieser ergänzt die Krebstherapie durch den behandelnden Arzt und fördert die Adhärenz.

Mika wurde in Kooperation mit der Berliner Charité und der Uniklinik Leipzig gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten sowie Psychologinnen und Psychologen als App entwickelt, um Erkrankte und ihre Angehörigen psycho-onkologisch zu unterstützen. Dafür bietet sie evidenzbasierte Informationen zur Diagnose, deren Behandlungsoptionen, zeigt Ernährungsratschläge und Entspannungsübungen und gibt konkrete Hilfestellungen für den Alltag mit Krebs.

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