Uniklinikum Würzburg

Erste Klinik benutzt Operationsroboter für Eingriffe am Herzen

Die Klinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie des Uniklinikums Würzburg nutzt als bislang einzige Klinik Deutschlands einen Operationsroboter der neuesten Generation für chirurgische Eingriffe am Herzen.

Operationsroboter Universitätsklinikum Würzburg

Markus Dauch

Bei den Operationen werden die Arme des Roboters, ausgestattet mit Kamera und Instrumenten, durch kleine Schnitte in den Körper des Patienten eingeführt.

Seit Juni dieses Jahres verfügt das Uniklinikum Wüzburg (UKW) mit dem "da Vinci Xi" über den derzeit fortschrittlichsten Operationsroboter auf dem Markt. Für die Patienten zahlt sich dies unter anderem in kleineren Zugangswegen, verringerten Wundflächen und einer schnelleren Genesung aus.

"Wir sind damit die bislang einzige deutsche Einrichtung, die ein solches System zum Beispiel in der Mitralklappen-Chirurgie oder zum Verschließen von angeborenen Schwachstellen im Herzen einsetzt", betont Prof. Dr. Rainger G. Leyh. "Die mit den Operationsinstrumenten dieses System erreichbare Beweglichkeit und Präzision übertrifft die der menschlichen Hand. Und die hochaufgelöste, dreidimensionale Visualisierung durch die HD-Kamera erlaubt eine bei Schlüsselloch-Operationen bislang unterreicht gute Sicht auf das Operationsgebiet", schilder der renommierte Herzchirurg.

Patienten schneller zurück in den Alltag

"Wo wir ansonsten in vielen Fällen das Brustbein öffnen müssen, um an das Operationsgebiet heranzukommen, genügen und bei der Roboterchirurgie kleine Öffnungen für die Instrumente an den Seiten des Brustkorbs. Bei gleichen Sicherheitsstandards während des Eingriffs beschleunigt dies den Heilungsprozess und die Rehabilitation deutlich.", so Prof. Leyh. Zum Vergleich: Nach einer Brustbeinöffnung muss der Oberkörper des Patienten rund drei Monate lang geschont werden - nach einem minimalinvasiven Eingriff mit Roboterchirurgie ist schon nach zwei Wochen wieder eine normale Aktivität möglich.

Aktuell noch keine Kostendeckung

Im Moment sind die roboterunterstützen Operationen für die Klinik des UKW mangels adäquater Vergütung durch die Krankenkassen noch ein "Draufzahlgeschäft". Was aber für Prof. Leyh. derzeit noch in Ordnung geht, schließlich gehöre es zu den Aufgaben der Universitätsmedizin, als Speerspitze der medizinischen Entwicklung fortschrittliche Verfahren umzusetzen und weiterzuentwickeln. Auf lange Sicht hofft er jedoch, dass die mit dem "da Vinci Xi" erreichbare Ergebnisqualität und der Patientenwunsch zu einer Anpassung der Vergütung führen werde.

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