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Roboterassistierte Chirurgie

Operationsroboter und die erhöhten Anforderungen an ZSVA

Operationsroboter haben in vielen chirurgischen Disziplinen Einzug gehalten. Mit der Komplexität des eingesetzten Instrumentariums ergeben sich aber auch spezielle technische Fragen zur Aufbereitung sowie erhöhte Anforderungen an das Fachpersonal in den zentralen Sterilgutversorgungsabteilungen (ZSVA).

Chirurgie

Fotolia (MasterVideo)

Je komplexer das Instrument, desto schwieriger die Reinigung.

Wissenschaftler aus Japan nahmen dies zum Anlass, die Kontamination roboter­chirurgischer Instrumente und deren Aufbereitung zu untersuchen [1]. Es wurden 41 Instrumente des daVinci®-OP-Roboter-Systems unmittelbar nach den Operationen (Prostatektomie, anteriore Rektumresektion) eingesammelt und auf Protein als Kontaminationsmarker untersucht. Als Vergleich dienten 27 konventionelle Instrumente nach vergleichbaren Operationen (Gastrek­tomie, Kolektomie).

Nach der Aufbereitung wurden 24 robotische Instrumente und 40 konventionelle Instrumente jeweils 3-mal auf Restprotein getestet. Das Ergebnis: Unmittelbar nach der Operation waren die robotischen Instrumente signifikant höher kontaminiert als konventionelle Instrumente. Die Reinigungsleistung bei den robotischen Instrumenten fiel mit 97,6 Prozent deutlich geringer aus als bei den konventionellen Instrumenten mit 99,1 Prozent. Allerdings betonen die Autoren der Studie auch deren methodische Limitationen.

Einschätzung der Studienergebnisse

Je komplexer ein chirurgisches Instrument aufgebaut ist, desto schwieriger ist die Aufbereitung. Die Studie von Saito et al. beleuchtet den speziellen Fall robotischer Instrumente, die sich durch eine besonders hohe Komplexität auszeichnen. Gleichzeitig wurde eine im Vergleich zu konventionellen Instrumenten erhöhte Belastung unmittelbar nach der Operation beobachtet. Allerdings wurden die Ergebnisse nicht größenbereinigt oder auf eine definierte Oberfläche bezogen, was den Vergleich erschwert.

Die Unterschiede in der relativen Reinigungsleistung lassen sich durch die Komplexität der aufzubereitenden Instrumente erklären, wobei die klinisch-praktische Relevanz der beobachteten Restproteinmengen völlig unklar bleibt. Angaben zu den weiteren Aufbereitungsschritten und eine Betrachtung des Endergebnisses fehlen, sodass sich die Interpretation der Ergebnisse auf die Effektivität der Reinigung beschränken muss. Da diese aber einen besonders wichtigen Schritt des Aufbereitungsprozesses ist [2], sollten die Ergebnisse Anlass sein, schon bei der Herstellung von robotischen Instrumenten, aber auch von Instrumenten zur traditionellen minimalinvasiven Chirurgie darauf zu achten, dass diese möglichst wenig Angriffsstellen für Anhaftungen bieten. Idealerweise sollten die Instrumente so weit aus­einandernehmbar zu sein, dass alle äußeren und inneren Oberflächen bei der Aufbereitung erreicht werden können. Aufbereitungsversuche mit definierter Proteinbelastung schon in der Design­phase wären hier sicherlich hilfreich.

 

Literatur:
1. Saito Y et al. Challenging residual contamination of instruments for robotic surgery in Japan. Inf Control Hosp Epidemiol 2017; 38: 143 – 146
2. KRINKO und BfArM. Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten. Bundes­gesundheitsbl 2012; 55: 1255–1310

  • Schlagwörter:
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  • Operation
  • OP-Roboter

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