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Westfälische Wilhelms-Universität MünsterDigitalisierung der robotischen Mikrochirurgie erforscht

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster erhält zur Digitalisierung der robotischen Mikrochirurgie 1,1 Millionen Euro, um erstmals einen speziell für die Mikrochirurgie entwickelten OP-Roboter mit einem robotischen Mikroskop zu vernetzen.

Ärzteteam
s_l/stock.adobe.com

Symbolfoto

OP-Roboter, die bei der Operation unterstützen und feinmotorischer arbeiten als Ärzte das können, sind schon seit einigen Jahren im Einsatz. Dabei werden sie mittlerweile bereits von Künstlicher Intelligenz unterstützt. Nun soll ein weiterer Schritt folgen: die Integration des robotischen Mikroskops.

Ein Team um PD Dr. Maximilian Kückelhaus aus der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie vom Institut für Muskuloskelettale Medizin der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster arbeitet an der Digitalisierung der robotischen Mikrochirurgie. Das Projekt wird durch REACT-EU Mittel mit mehr als 1,1 Millionen Euro gefördert.

Verbesserte Motorik und Visualisierung

Bei dem Projekt soll erstmals ein neuartiger und speziell für die Mikrochirurgie entwickelter Operationsroboter mit einem robotischen Mikroskop vernetzt werden. Hierdurch solle laut Kückelhaus eine maximale Flexibilität für den Operateur ermöglicht werden. So müssten die Behandelnden nicht einmal mehr am OP-Tisch stehen. Der OP-Roboter kann aktuell kleinste Strukturen operieren und ermöglicht durch eine Art Joystick-Steuerung eine verbesserte Feinmotorik. Auch könnten kleinste Zitterbewegungen herausgerechnet und die Motorik präzisiert werden.

In einem zweiten Schritt will das Team die Integration des robotischen Mikroskopsvornehmen. Die in einem Roboterarm implementierten Kameras erzeugen dann ein dreidimensionales Bild vor den Augen des Operateurs. So könne man alles sehen, was der Roboter sieht und diesen über die eigenen Kopfbewegungen steuern. Zusätzlich schafft der Roboter bezüglich nachlassender Konzentration und Ermüdung Abhilfe und ermöglicht ein ergonomisch verbessertes Arbeiten.

REACT-EU-Fördermittel

Dank der EU-Förderung sollen sowohl OP-Roboter als auch Mikroskop in das digitale Krankenhausumfeld eingebaut werden. Die Kombination wird dann in präklinischen und klinischen Studien zur Operation mikroskopisch kleiner Strukturen zum Einsatz kommen. Die Fördermittel für die Anwendung der optimierten OP-Technik in Studien stammen aus der Initiative „Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe“, kurz REACT-EU. Mit ihr will der Staatenverbund die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie abfedern – so auch durch mehr Digitalisierung im Krankenhaus. 

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