Georg Thieme Verlag KG

InteroperabilitätGematik etabliert Standards für IT-Systeme in Kliniken

Ab dem 30. Juni 2021 dürfen Kliniken nur noch von der Gematik bestätigte Informationstechnische Systeme im Krankenhaus (ISiK) einsetzen. Ab dann startet die zweijährige Implementierungsphase. Mit den einheitlichen Standards soll ein leichterer und schnellerer Datenaustausch gewährleistet werden.

Technologie
Rawpixel/stock.adobe.com

Symbolfoto

Bisher ist die IT-Systemlandschaft in deutschen Krankenhäusern oftmals so heterogen, dass der schnelle Datenaustausch be- oder sogar verhindert wird – und somit wichtige Informationen für die Behandlung der Patientinnen und Patienten nicht dort landen, wo und in welcher Form sie benötigt werden: Die Systeme können nicht miteinander „reden“.

Aktuell werden in Krankenhäusern die unterschiedlichsten IT-Systeme verwendet – oft als Insellösungen, die nicht mit anderen Systemen kompatibel sind. Die Realität ist also noch weit von der notwendigen Interoperabilität entfernt. Das ändert sich nun, wie Lars Gottwald, Leiter Business Teams bei der Gematik, feststellt: „Bereits ab dem 30.06.2021 unterstützen Vorgaben der Gematik den Interoperabilitätsgedanken. Denn die gemeinsame digitale Sprache für den Datenaustausch innerhalb und zwischen Krankenhäusern ist ein wichtiger, zentraler Teil der Telematikinfrastruktur. Wir haben damit den Grundstein für weitere Interoperabilitätsfestlegungen gelegt.“

Die Gematik wurde vom Gesetzgeber beauftragt, Standards für Schnittstellen in Krankenhäusern zu definieren und die Umsetzung durch ein Bestätigungsverfahren zu prüfen. Krankenhäuser dürfen ab dem 30. Juni 2021 nur noch von der Gematik bestätigte Informationstechnische Systeme im Krankenhaus (ISiK) einsetzen. Mit den einheitlichen Standards auf Basis von HL7 FHIR wird nicht nur der Datenaustausch innerhalb von Krankenhäusern erleichtert, auch Sektorengrenzen können damit künftig überwunden werden. Alle nicht bestätigten Systeme sind ab diesem Stichtag allerdings noch immer einsatzfähig, denn wie üblich wird es für die Krankenhäuser bzw. IT-Anbieter eine zweijährige Implementierungs- bzw. Übergangsphase geben.

Im Fokus der Spezifikation stehen Praxistauglichkeit und Akzeptanz der Nutzer: Für die erfolgreichen Erarbeitung der Festlegungen des Bestätigungsverfahrens war es zwingend erforderlich, die Probleme und Bedürfnisse der Krankenhäuser zu verstehen und gemeinsam zu erarbeiten, wie ISiK Erleichterungen bewirken können. Daher wurden die Festlegungen gemeinsam mit Stakeholdern der Gematik transparent erarbeitet und sind öffentlich einsehbar.

In sogenannten Showcases mit sieben Krankenhäusern in ganz Deutschland wird aktuell gezeigt wie ISiK im klinischen Arbeitsalltag tatsächlich verwendet werden. Teil des ISiK Showcase sind das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH, das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München (AöR), das Klinikum der Stadt Ludwigshafen am Rhein gemeinnützige GmbH, das Universitätsklinikum Essen (AöR), das BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin gGmbH und das Zollernalb Klinikum gGmbH.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!