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Medica 2021Innovationen und digitale Lösungen im Medica Health IT Forum

Schwerpunkte des diesjährigen Medica Health IT Forums sind digitale Gesunheitsinnovationen, KI-Anwendungen und die Zukunft IT-basierter Medizin.

Digital Health
Jackie Niam/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das Medica Health IT Forum zählt zu den Klassikern im Programm der Medizinmesse Medica. Was Anfang der 90iger Jahre unter dem Label „Medica Informatica“ als Sonderschau für Arztpraxis-Software startete, hat sich längst zum internationalen Trendsetter-Treffpunkt entwickelt für den generellen Blick in die Zukunft der digitalisierten Medizin.

Während der Laufzeit der Medica 2021 in Düsseldorf (15. bis 18. November) geht es um Themen wie „Virtual Care & Digital Therapeutics” oder „Medical Artificial Intelligence Robotics” sowie „Fields of Innovation” bis hin zu „Societal aspects of digitized healthcare”. Neuerung in diesem Jahr: Dem hybriden Veranstaltungskonzept der Medica folgend können die Expert Panels, Tech Talks und Deep Dive Sessions mit entsprechendem Ticket entweder live in Präsenz (an der Bühne des Forums in Halle 12) oder als Stream über das Branchenportal Medica.de mitverfolgt werden.

Gesundheits-Apps bilden einen Programmschwerpunkt der Medica

Ein wichtiger Trend in der Gesundheits-IT ist, das Anwenderverhalten zu beeinflussen. Als erste digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für Krebspatientinnen und Krebspatienten ist die Mika-App im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen worden und Dr. Jan Simon Raue, Founder & MD, wird beim Medica Health IT Forum zu den ersten Referenten gehören.

Auf Basis verhaltenstherapeutischer und neurowissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt das Digital-Health-Unternehmen Aidhere Gesundheitsanwendungen wie Zanadio. Dies ist die erste App, die Ärzte für die Behandlung von starkem Übergewicht bei einem BMI von 30 bis 40 verordnen können. Sie basiert auf den Wirkprinzipien der etablierten konservativen Adipositas-Therapie und setzt diese digital um. Auf Basis der eingegebenen Daten gibt sie Patienten personalisierte Empfehlungen. Dr. Nora Mehl, Co-Founder & Managing Director, aidhere GmbH, wird dies erläutern.

Um „Virtual Triage“ geht es am 15.11. Dann wird Dr. Dominik von Stillfried, Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), in seinem Forum-Beitrag den Stand bei der Arbeit mit „SmED" (Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) erläutern. Damit ist der Name der Software bezeichnet, die das medizinische Fachpersonal in den Telefonzentralen der deutschen Servicenummer 116117 bei der Beurteilung akuter gesundheitlicher Beschwerden unterstützt. Die Hotline soll noch in diesem Jahr durch eine digitale Selbsteinschätzung ergänzt werden, die ebenfalls auf SmED basiert. Einige Kassenärztliche Vereinigungen werden dann mit einem Testlauf dazu starten.

Ein Blick in die Zukunft der virtuellen Versorgung in postpandemischen Zeiten

Natürlich wird die Covid-19-Pandemie und vor allem die Zeit danach thematisiert. Auch nach der Pandemie dürfe es keine Rückbesinnung auf die analoge Gemütlichkeit zu Zeiten vor der Pandemie kommen, warnte der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung kurz vor der Bundestagswahl. Dr. Anne Sophie Geier, Geschäftsführerin des Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung, wird beim Medica Health IT Forum am 15. November, an einem Expertenpanel zur Zukunft der virtuellen Versorgung in postpandemischen Zeiten teilnehmen. Die Leitung des Panels zu virtueller Versorgung nach der Pandemie hat Dr. Sarah J. Becker, Institute for Digital Transformation in Healthcare in Witten, inne.

KI-Anwendungen zur Gefährdungsbeurteilung und Erkennung einer Corona-Erkrankung

Der 16. November startet dann beim Medica Health IT Forum mit Emotionen und deren maschineller Erkennung. Unter der Überschrift „Medical Artificial Intelligence & Robotics“ geht es um „Affective Computing“, also um Systeme und Geräte, die menschliche Gefühle erkennen, interpretieren, verarbeiten und simulieren können. So entwickelt das Projekt Emma ein mobiles Assistenzsystem, das zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz sowie bei der betrieblichen Wiedereingliederung nach einer psychischen Erkrankung genutzt werden kann. Ausgangspunkt ist eine multimodale Echtzeit-Sensoranalyse mit Hilfe von Smartphones, die physiologische und soziale Signale interpretiert. Forum-Referent ist der Leiter der entsprechenden Arbeitsgruppe Kognitive Assistenzsysteme am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Dr. Patrick Gebhard.

Das bayerische Unternehmen Audeering will sogar anhand von Audioaufnahmen erkennen, ob eine Covid-19-Erkrankung vorliegt. Es hat sich auf dem Gebiet der KI-basierten Audioanalyse einen weltweit guten Namen gemacht - vor allem mit dessen skalierbaren und schnellen Technologie, um Emotionen aus Audio-Signalen zu erkennen. Nun stellt das Unternehmen eine App zur Erkennung von Corona anhand von Audioaufnahmen zur Verfügung. Dagmar Schuller, Mit-Gründerin von Audeering, wird in Düsseldorf referieren.

Neue Arbeitsweisen in der Gesundheitsversorgung im Programm

Anette Ströh, Project Manager Digital Health and Scouting beim Berlin Institute of Health, wird die Diskussion am 17. November, zum Thema „Design Justice" moderieren: Nutzerzentriertes Design kann die Gesundheitsversorgung von der „Behandlung von Krankheiten" zur „Unterstützung persönlicher Ziele" ändern. Und am 18. November, geht es unter anderem darum, wie die neue Arbeitsweise in der Gesundheitsversorgung aussehen könnte - oder wie digital Gesundheitstechnologien Flüchtlingen helfen könnten.


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