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KonnektorentauschKBV drängt auf neue Bewertung durch Gematik

Die Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) lehnt den Schiedsspruch zum Konnektorentausch ab und fordert von der Gematik Aufklärung zu den Fakten eines c’t-Artikels, der den Austausch sämtlicher Geräte in Frage stellt.

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Die Gesellschafterversammlung der Gematik hatte Ende Februar den Austausch der Konnektoren beschlossen. Basis des Beschlusses war die Aussage der Gematik, dass es nach Rücksprache mit den Herstellern und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) keine Möglichkeit gebe, dass der Konnektor bis zum Übergang in die Telematikinfrastruktur (TI) 2.0 betriebsfähig bleibe und bis dahin nicht noch einmal ausgetauscht werden müsste.

Neue Bewertung gefordert

Vor dem Hintergrund neuerer Hinweise, dass dies doch möglich sei und damit auf einen Austausch verzichtet werden könnte, sagte Dr. Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): „Wir werden in der Gematik auf eine neue Bewertung drängen.“ Dies müsse in enger Abstimmung mit dem BSI erfolgen, denn, so Kriedel, „das muss auch sicher sein. Wir können kein Risiko für die Arztpraxen eingehen.“

Laut Kriedel habe man daher gegen den Beschluss des Schiedsamts zum Konnektortausch gestimmt. Weiterhin bliebe die Forderung eindeutig: Niedergelassene Ärzt*innen dürfen nicht auf den Kosten für Dinge sitzen bleiben, die sie nicht zu verantworten haben. Auch reiche der vom Bundesschiedsamt festgelegte Betrag von 2300 Euro pro Praxis nicht aus, um die seitens des ersten Anbieters aufgerufenen Kosten zu decken.

So verlangt Kriedel im Namen der KBV von der Gematik rasche Aufklärung über mögliche neue Sachverhalte und Optionen, welche den teuren Austausch vieler Geräte vielleicht sogar nicht zwingend notwendig machen.

Hintergrund

Das IT-Fachmagazin c't hatte in der Ausgabe 16 / 2022 berichtet, man habe einen Konnektor „aufgeschraubt“ und nachgeschaut, ob es stimme, dass der Austausch der Konnektoren laut Gematik „alternativlos“ sei. Das Fazit der Redaktion lautet: „Setzt man für drei gSMC-K-Karten einen Herstellungspreis von zusammen 30 Euro an, ließen sich pro ausgetauschter KoCoBox etwa 1556 Euro sparen. Bei den Arbeitskosten für den Kartentausch, Aufspielen neuer Firmware, Rekonfiguration der Praxis-IT sowie An- und Abfahrt unterstellen wir in etwa dieselben wie bei der Kalkulation für den Konnektortausch von CGM.

Unverständlich sei der c't-Redaktion, warum die Gematik trotzdem auf einen Austausch aller Konnektoren bestehe und keine Unterscheidung zwischen den Modellen der drei Hersteller mache. Statt 300 Millionen Euro für den Tausch von 130 000 Konnektoren, würde der Tausch der gSMC-K-Karten der KoCoBoxen nur einen kleinen Bruchteil kosten. Die Software-Verlängerung der übrigen Konnektoren von RISE und Secunet wäre deutlich günstiger. Nach den Gründen für den Komplettaustausch gefragt, antwortete die Gematik: „Die Konnektoren müssen ausgetauscht werden“, ohne weitere Erläuterungen.

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