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DresdenKI-basiertes Softwaresystem soll Krebsdiagnostik unterstützen

Das Universitätsklinikum Dresden und das Dresdener Start-Up Asgen erproben gemeinsam ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiertes Softwaresystem für die Verwendung in der Diagnostik von Brust- und Magenkarzinomen.

KI-basiertes Softwaresystem
Uniklinikum Dresden

Prof. Daniela Aust, Vize-Direktorin am Institut für Pathologie, Dr. Falk Zakrzewski von Asgen und Dr. Ulrich Sommer, Funktionsoberarzt am Institut für Pathologie (v.l.n.r.) arbeiten gemeinsam am KI-basierten Softwaresystem.

Gemeinsam mit den Dresdener Start-Up Asgen wird am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basiertes Softwaresystem für die Verwendung in der Krebsdiagnostik erprobt. Das Vorhaben, das sich aktuell in der Validierungsphase befindet, ist Teil des BMWi-geförderten Leuchtturmprojektes Empaia und fügt sich in die Strategie der Dresdener Hochschulmedizin bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz ein.

KI-Anwendungen aus der Industrie werden verstärkt klinisch erprobt, könnten perspektivisch in immer mehr Fachbereichen zum Einsatz kommen und erhalten mit der vom Else Kröner Fresenius Zentrum für Digitale Gesundheit an der Hochschulmedizin Dresden gerade neu ausgeschriebenen Professur für Klinische KI ein profiliertes wissenschaftliches Fundament. Angesichts des Wandels, den KI in der Pflege und Medizin verursachen wird, lautet das Kredo: medizinisches Fachpersonal zu jeder Zeit in die Erprobung einbeziehen und so Akzeptanz schaffen.

KI-basierte Softwaresysteme sollen zukünftig Personal entlasten

Künstliche Intelligenz (KI) schickt sich an, die Medizin zu revolutionieren. – Auch auf dem Campus der Hochschulmedizin Dresden: Hier sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem besten Weg, mit dem Einsatz eines KI-basierten Softwaresystems einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Personals in Pathologischen Instituten zu leisten. Dass ein entsprechender Bedarf besteht, zeigt allein ein Blick auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen dieses Fachs. Die Ausweitung des Tumorscreenings erhöht seit Jahren die Fallzahlen in Pathologischen Instituten, Innovationen in der Krebstherapie steigern die Komplexität der Diagnostik und damit die Qualifikationsanforderungen an entsprechendes Fachpersonal. Dabei ist die Pathologie bereits stark vom Fachkräftemangel betroffen. Mit dem Einsatz von KI-Systemen insbesondere in der Bildanalyse, kann diesen Herausforderungen begegnet werden. Schließlich haben sie das Potenzial, automatisiert Gewebemerkmale schnell analysieren, Strukturen quantifizieren und daraus diagnostische Parameter berechnen zu können und so die Auswahl zielgerichteter Therapien zu optimieren.

Ziel ist die Revoltuion der Krebsdiagnostik

Das Universitätsklinikum Dresden und das Dresdner Start-Up Asgen arbeiten gerade gemeinsam daran, mit Hilfe von KI die Diagnostik von Brust- und Magenkarzinomen zu revolutionieren. Paikon lautet der Name der von Asgen entwickelten, einzigartigen KI-Pipeline, mit der innerhalb weniger Minuten mikroskopische Aufnahmen ganzer Tumorareale automatisch analysiert werden. Mit diesem als Her2-Fish-Analyse bezeichneten Verfahren wird die Ausprägung von für Brust- und Magentumore relevanten Tumormakern untersucht, um so Aufschlüsse über geeignete Therapieformen zu generieren.

Förderung von insgesamt 17,2 Millionen Euro

Tatsächlich sind sowohl Asgen als auch das Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden in Empaia, einem KI-Leuchtturmprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), vertreten, das als eines von 16 Verbundprojekten aus ursprünglich 130 Einreichungen als Gewinner aus dem KI-Innovationswettbewerb des BMWi hervorging. Das Projekt erfuhr insbesondere wegen seines namenhaften Konsortiums und der ambitionierten Zielsetzung weltweite Beachtung. Mit einer Förderung von 11 Millionen Euro über drei Jahre und weiteren 6,2 Millionen Euro von Industriepartnern wie Philips oder Roche forciert Empaia die Schaffung eines Ökosystems zur Entwicklung, insbesondere aber Inverkehrbringung von KI-Lösungen für pathologische Institute in ganz Deutschland.

Zur allgemeinen Strategie, KI in den klinischen Alltag einfließen zu lassen, passt auch, dass im Rahmen des Aufbaus des Else Kröner Fresenius Zentrums (EKFZ) für Digitale Gesundheit momentan eine Professur für Clinical Artificial Intelligence (AI) ausgeschrieben ist. Hierin sollen konkrete, klinisch relevante Fragestellungen aufgegriffen und mittels Methoden der KI neue Erkenntnisse zu den Pathomechanismen von Erkrankungen und der Verknüpfung, klinischer und Bildgebungsdaten erbracht werden.

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