Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Katja Kümmel

„Die Möglichkeiten, Perspektiven und die Vielfalt sind enorm.“ Katja Kümmel, CIO/Leiterin Geschäftsbereich IT am Universitätsklinikum Münster, kam eher durch Zufall vor elf Jahren in das Gesundheitswesen.

Katja Kümmel
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Katja Kümmel, CIO/Leiterin Geschäftsbereich IT des Universitätsklinikums Münster.

Was macht Ihren Beruf zu Ihrer Berufung?

Ich habe bereits in diversen Branchen und für mehrere Unternehmen gearbeitet ­­– Metall und Mode, Beratung, Handel und Industrie, international in großen und kleineren Firmen – immer in der Informationstechnologie und im Projektmanagement. In diesem Beruf hat man immer viele Chancen, kreativ zu sein, mit Menschen zu arbeiten und die Arbeitsprozesse zu gestalten. Dabei lernt man jeden Tag neues und ist immer mitten in innovativen Technologien und Systemen. In der Gesundheitsbranche kommt jedoch noch hinzu, für ein gesellschaftlich und menschlich wirklich relevantes Thema zu arbeiten und, wenn auch in zweiter Reihe, mitwirken zu können.

Wann und wie wurde Ihr Interesse an der Gesundheitsbranche geweckt?

Eher zufällig vor elf Jahren, als ich, eben aus verschiedenen ganz anderen Branchen kommend, für diese Position angesprochen wurde. Davor hatte ich tatsächlich keinerlei weiteren Einblick in das Gesundheitswesen. Die Möglichkeiten, Perspektiven und die Vielfalt sind enorm – und es ist tatsächlich ganz anders, als in anderen Industrien. Aus der freien Wirtschaft kommend muss man umdenken und vieles über Board werfen. Man ist aber auch Teil der Ideen und Innovationen, die gerade in einem von Forschung und Lehre geprägten Umfeld entstehen. Auch, wenn es von außen vielleicht nicht so wirkt: die Welt in der Gesundheitsbranche entwickelt sich derzeit sehr schnell.

Was muss sich in der Gesundheitsbranche ändern und warum?

Es muss ein neues Prozessdenken mit folgender Digitalisierung entstehen. Die Prozesse sind dabei über die Sektorengrenzen hinweg zu sehen. Für die Analyse und Umsetzung brauchen wir viele Menschen – diese fehlen derzeit sowohl in der ausreichenden Kapazität als auch in der ausreichenden Kompetenz. Dazu kommt das Thema der fehlenden technischen Infrastruktur, sowohl in den Häusern als auch zu den Patienten, den Mit- und Weiterbehandlern und den Mitarbeitenden.

Wie stellen Sie sich Ihren Beruf in 20 Jahren vor?

Noch gestalterischer als heute und mit der Möglichkeit, viele kleine Bausteine ständig neu zusammen zu setzen und noch schneller an neue Gegebenheiten anzupassen. Die einzelnen Akteure im Gesundheitswesen werden wesentlich enger, möglicherweise in Kooperationen oder sogar als größere Unternehmen zusammen arbeiten und sich über die Sektorengrenzen hinweg vernetzen. Auch die Form der Zusammenarbeit wird eine ganz andere sein – virtuell, über Aufgaben und mit einer zielgerichteteren Kommunikation sowie einem wesentlich höheren Automatisierungsgrad. KI wird auch in der täglichen Arbeit eine große Rolle spielen und Entscheidungen unterstützen.

Was darf für einen erfolgreichen Tag nicht fehlen?

Persönliche Gespräche mit meinen Kollegen und Mitarbeitenden und das Gefühl, wieder etwas erreicht zu haben.

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