Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Martin Blaschka

Am Wissenschaftlichen Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung (WIG2) vernetzt Martin Blaschka Krankenkassen, Start-ups und Gesundheitsdienstleister miteinander. Innovationspotential sieht er heute und morgen vor allem im digitalen Bereich.

Martin Blaschka
WIG2 GmbH/Composed by Thieme

Martin Blaschka, Leiter Innovationsnetzwerk & Veranstaltungen und Leiter ZING! bei der WIG2 GmbH, das Wissenschaftliche Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung.

 

Was macht Ihren Beruf zu Ihrer Berufung?

Beruf und Berufung sind für mich untrennbar miteinander verbunden. Ich wöllte nicht in einem Umfeld tätig sein, von dessen Relevanz ich nicht überzeugt bin - und in dem ich nicht nachhaltig etwas bewirken kann. In diesem Sinne freue ich mich besonders, im Gesundheitswesen gelandet zu sein. Auch wenn ich nicht an vorderster medizinischer Front um Menschenleben kämpfe, so hat meine Arbeit doch einen Impact: Indem ich kluge und inspirierte Köpfe zusammenbringe und innovative digitale Lösungen auf ihrem Weg in die Gesundheitsversorgung begleite.

Wann und wie wurde Ihr Interesse an der Gesundheitsbranche geweckt?

Obwohl mir ein gewisses Grundinteresse für unser Gesundheitssystem mit in die Wiege gelegt wurde, habe ich erst seit meinem Masterstudium 2015 ein klares Karrierezielbild in der Gesundheitsbranche verfolgt. Zu dieser Zeit begann ich eine studentische Tätigkeit am damals noch recht frisch gegründeten WIG2 Institut, baute dort Kommunikation und Marketing auf und tauchte auch immer tiefer in fachliche Fragestellungen rund um Gesundheitssystemik, Analytik und digitale Innovationen ein. Davon inspiriert legte ich auch den Fokus meines Communication Management-Studiums verstärkt auf das Thema Gesundheit, beispielsweise im Rahmen meiner Masterarbeit zum gesundheitsökonomischen Mehrwert von Gesundheitskommunikation bei gesetzlichen Krankenkassen. Auch nach meinem Abschluss 2017 bin ich der Branche sowie dem WIG2 Institut treu geblieben und leite dort mittlerweile seit 2019 das instituteigene Zentrum für Innovation und Netzwerk im Gesundheitswesen (ZING!).

Was muss sich in der Gesundheitsbranche ändern und warum?

Der Ruf nach Digitalisierung klingt so laut durch alle Branchen, dass man meinen sollte, er sei auch überall vernommen worden. Gerade im Gesundheitswesen haben wir aber noch einen weiten Weg vor uns, auch wenn die ersten Schritte mittlerweile getan sind:

  • Drei Digitalisierungsgesetze hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) unter Jens Spahn seit 2019 auf den Weg gebracht.
  • Digitale Anwendungen sind seit 2020 Teil der Regelversorgung.
  • In diesem Jahr nimmt nun auch die Vernetzung mit ePA, E-Rezept und Co. Fahrt auf.

Der Erfolg dieser Vorhaben ist allerdings keinesweg vorprogrammiert. Digitalisierung nur um der Digitalisierung willen wird nicht funktionieren. Spürbare Mehrwerte für die Patient:innen und Versicherten werden am Ende die entscheidenden Erfolgsfaktoren darstellen. Ich denke, an dieser Stelle gibt es durchaus noch Nachholbedarf.

Wie stellen Sie sich Ihren Beruf in 20 Jahren vor?

Die digital Health-Szene in Deutschland entwickelt sich rasant. Heute sind Healthcare Start-ups und DiGA-Hersteller noch Pioniere. Ich bin mir sicher, in 20 Jahren werden digitale Angebote ganz selbstverständlich auch im Gesundheitswesen verankert sein - vom medizinischen Therapiealltag bis zur Verwaltung. Aus heutigen Startups werden Großunternehmen, heutige Großunternehmen werden abgelöst und wieder neue Start-ups kommen nach. Es wäre also naiv zu denken, dass mein Beruf noch genau so aussieht wie heute. Doch ich bin zuversichtlich: Auch in 20 Jahren werden wir innovative Ansätze sowie neue Technologien suchen und finden, die sich anschließend ihren Weg in den Gesundheitsmarkt bahnen müssen.

Was darf für einen erfolgreichen Tag nicht fehlen?

Ein erfolgreicher Tag beginnt für mich mit einem guten Kaffee und beinhaltet ein ausgewogenes Maß an spannenden, zielführenden Diskussionen mit Kolleg:innen und Partner:innen sowie fokussierten, ruhigen Arbeitsblöcken. Wenn ich dann auch noch einige Top-Punkte auf meiner To-do-Liste abhaken kann, gehe ich zufrieden in den Feierabend.

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