Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Christian Köhl

Beim Einsatz von Cloud-Lösungen und Künstlicher Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen sieht Christian Köhl, Bereichsleiter Kundenprojekte und Vertrieb Deutschland bei Meierhofer, noch Luft nach oben. Zu oft verhinderten Bedenken um den Datenschutz den digitalen Fortschritt.

Christian Köhl
Privat/Composed by Thieme

Christian Köhl, Bereichsleitung Kundenprojekte & Vertrieb Deutschland bei der Meierhofer AG.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Zu Corona-Zeiten leider sehr viel anders als sonst: Start gegen 8:30 Uhr im Homeoffice mit vielen virtuellen Meetings mit Kunden zu deren Strategie- und IT-Projektplanungen sowie internen Abstimmungen zu Produkt- und abgeleiteter Vertriebsstrategien. Gegen 18:30 Uhr geht es dann zum familiären Abendessen und je nach Arbeitsaufkommen fallen abends zuweilen bei einem guten Rotwein ein paar Nacharbeiten an. Wo immer möglich nutze ich jede Chance, unter Einhaltung der AHA-LA Regeln, zu Kunden wie Interessenten vor Ort zu fahren, um dort im Dialog die gemeinsamen Wachstumschancen der Digitalisierung zu besprechen.

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

Die Kollaboration der einzelnen Leistungserbringer im Gesundheitswesen aus Sicht des Patienten mittels IT voranzubringen treibt mich als persönlich betroffener Keratokonus-Patient täglich neu an. Ich könnte über meine Erfahrungen bereits Bücher schreiben, in denen die (teils verpassten) Chancen digitaler Vernetzung aufgezeigt werden. Hierbei einen kleinen Beitrag zur besseren Interoperabilität und damit Behandlungsqualität zu leisten, ist ein guter Ansporn.

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Einerseits das wachsende Thema der Ambulantisierung und die duale Finanzierung. Andererseits Cloud-Lösungen und Künstlicher Intelligenz, die in anderen Branchen schon längst erfolgreich gelebt werden. Bestrebungen zu diesen Themen werden leider im Gesundheitswesen unter dem Argument des Datenschutzes immer wieder mundtot gemacht.

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Eine engere Verzahnung aller Fachbereiche entlang des Patientenprozesses hilft immer: intrasektoral insbesondere zwischen den Nahtstellen Zentrale Notaufnahme/Ambulanzen zu Normalstationen und von hier zu Intermediate Care und Intensive Care. Intersektoral vor allem zwischen dem niedergelassenen und stationären Sektor - immer häufiger erweitert um Home- und Social-Care-Bereiche. Hier werden über Telematikinfrastruktur (TI)-Fachdienste wie die elektronische Patientenakte (ePA) oder telemedizinische Anwendungen erste Brücken gebaut.

Haben Sie ein Vorbild?

Vorbild ist ein hochtrabendes Wort aber Reinhold Würth als „Schrauben-Milliardär“ fasziniert mich. Er bringt viel Komplexes für mich einfach auf den Punkt. Beispiele: Seiner Meinung nach sind Außendienstler am Wichtigsten, denn wenn keine Aufträge mehr kommen, haben die ganzen restlichen Leute nichts mehr zu tun und können nach Hause gehen. Zum anderen vertritt er die Auffassung, dass der beste Verkäufer nicht derjenige ist, der am besten reden, sondern am besten zuhören kann. Am Wichtigsten und Prägendsten ist aber seine Haltung, dass jeder Verkäufer einen Auftrag will und sich von daher voll auf den Kunden einlassen und erkennen muss, was er will und was man ihm als Vorteil anbieten kann. Diese Kundenfokussierung treibt mich persönlich an.

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