Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Julia Zink

Was macht eine gute und integrierte Patientenversorgung aus? Wie lässt sie sich umsetzen? Julia Zink, Fachexpertin für neue Versorgungsangebote bei der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), rät zunächst einmal zur Überwindung von Sektorengrenzen.

Julia Zink
SBK/Composed by Thieme

Julia Zink, Fachexpertin für Neue Versorgungsangebote bei der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK).

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Mein Arbeitstag ist sehr abwechslungsreich. Gemeinsam mit Kolleg*innen aus den unterschiedlichsten Fachabteilungen innerhalb unserer Kasse (zum Beispiel Marketing, IT-Abteilungen, Finanzen, den Leistungsbereichen) und diversen Leistungserbringern (zum Beispiel Start-Ups, Ärzteverbänden, Unternehmen aus dem Gesundheitswesen) arbeite ich an einem „bunten Blumenstrauß“ von Versorgungsthemen. Die Arbeit ist sehr konzeptionell und häufig projektbezogen, wenn es zum Beispiel um den Abschluss eines neuen Selektiv-Vertrages geht. In der Regel gibt es täglich einen Mix aus Terminen mit den internen und externen Kollegen sowie Terminblöcken für die konzeptionelle Arbeit.

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

Die Versorgung im Gesundheitswesen zu verbessern ist für mich ein persönliches als auch gesellschaftliches Ziel. Jeder war schon einmal selbst Patient*in oder kennt Angehörige und Freunde - und hat erlebt, dass etwas im Gesundheitswesen nicht optimal lief. Wenn wir nach und nach diese Erfahrungen aufgreifen und hierbei die Versorgung verbessern, kommen wir unserem Ziel näher, das Gesundheitswesen Stück für Stück weiter zu verbessern.

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Die Patientenzentrierung muss viel mehr im Mittelpunkt stehen, Patient*innen müssen viel mehr zu Wort kommen. Es reicht nicht über sie zu sprechen, sie sollten bereits bei der Entwicklung von neuen Versorgungsangeboten stark mit eingebunden werden. Erfolgreiche Versorgungskonzepte können nur aus ihrer Perspektive und gemeinsam mit ihnen entwickelt werden, ansonsten nützt das am besten ausgereifte Versorgungsangebot niemandem etwas. Wir bei der SBK arbeiten viel mit der Service-Design-Methode - das schätze ich sehr.

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Mir sind da zwei Dinge wichtig: Auf einer oberen Ebene müssen wir es grundsätzlich schaffen, nicht mehr in Sektoren zu denken. Ambulanter Sektor, Krankenhäuser, innovative Start-Ups und andere Leistungserbringer und wir Kassen sollten viel stärker eine Einheit werden, die die qualitativ hochwertige, integrierte Versorgung des Versicherten im Blick hat. Und auf einer ganz individuellen Ebene finde ich, dass die Kooperation umso besser funktioniert, je diverser die Teams beziehungsweise die zusammenarbeitenden Akteure sind. Umso innovativer werden neue Lösungsansätze für die Gesundheitsversorgung. Ich bin überzeugt, dass Vielfalt wichtig ist für gute Entscheidungen. Mich freut es deshalb besonders, dass wir bei der SBK in einer Gremienstruktur arbeiten, bei der besonders auf die Diversität bei der Gremienzusammensetzung geachtet wird.

Haben Sie ein Vorbild?

Im Gesundheitswesen gibt es viele spannende Persönlichkeiten, die ich im Laufe meines bisherigen Berufslebens treffen durfte. Besonders freue ich mich aber, dass in meinem nahen Arbeitsumfeld viele Kolleg*innen und Führungskräfte für mich eine Vorbildfunktion einnehmen und ich von ihnen Impulse für meine tägliche Arbeit mitnehmen kann.

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