Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Katharina Lutermann

Die Arbeitswelt verändert sich. Hierarchische Strukturen, wie im Gesundheitswesen, geraten immer stärker ins Hintertreffen. Katharina Lutermann ist Managerin Employer Branding der Paracelsus-Kliniken Deutschland und gestaltet den Unternehmenswandel in der Klinikbranche mit.

Katharina Lutermann
Peter Hamel/Composed by Thieme

Katharina Lutermann, Managerin Employer Branding, Employee Relations bei den Paracelsus-Kliniken Deutschland.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Zurzeit ist mein Arbeitsweg sehr kurz, denn ich habe ich das Glück, seit etwa einem Jahr aus dem Homeoffice tätig sein zu können. Morgens startet mein Tag meist mit einem Update-Call mit meiner Chefin und meinen Kolleginnen. Hier werden die Aufgaben für den Tag verteilt.

Ein typischer Arbeitstag von mir ist gut gefüllt mit Teams-Calls - ob mit einem Pflegedienstleiter zur neuen Online Marketing-Kampagne, mit externen Dienstleistern für eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben oder mit Personalern, um den Onboarding-Prozess neu zu strukturieren. Zwischendurch brauche ich aber auch mal längere Phasen am Stück, in denen ich mich auf das Schreiben von Texten oder Konzepten fokussieren kann. Wenn ich dann das Notebook zuklappe, habe ich direkt Zeit für meine Familie - das gefällt mir sehr am Homeoffice.

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

Mir ist es sehr wichtig, dass wir formale und informale Organisationsstrukturen so gestalten, dass Menschen sich als selbstbestimmt, gut aufgehoben und kompetent erleben. So können wir auch in den traditionell eher hierarchischen und formalisierten Einrichtungen des Gesundheitswesens der Grundidee von New Work näher kommen. Ich sehe dieses Bedürfnis nach einem offenen und verantwortungsvollen Miteinander nicht nur bei mir und meiner Generation, sondern insgesamt in unserer Gesellschaft. Und nicht zuletzt: Zufriedene und gesunde Patient:innen sind nicht ohne zufriedene und gesunde Mitarbeiter:innen zu haben.

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Ich glaube, dass wir uns bei den Themen Vernetzung, (digitale) Kollaboration und gemeinsames Lernen noch deutlich weiterentwickeln können im Gesundheitsbereich. Lernen und Zusammenarbeit findet zu häufig noch innerhalb einer Berufsgruppen, einer Abteilung, eines Silos statt. Es ergeben sich aber riesige Potentiale, wenn wir diese Denkweise aufbrechen und die Player im Gesundheitswesen wirklich miteinander vernetzen - und zwar abseits der typischen Spitzenverbände oder berufsspezifischen Organisationen.

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Ich glaube nicht, dass wir mit dem Finger auf bestimmte Fachbereiche zeigen sollten. Kooperation hilft uns an allen Stellen: Ob nun die Ärztin besser weiß, welche Herausforderungen die IT hat, oder die Controllerin mehr über die Arbeitsabläufe in der Pflege lernt. Die Digitalisierung hilft uns hier sehr bei der besseren Zusammenarbeit. Aber wahr ist auch: Nur Technik wird es nicht besser machen. Mir müssen auch miteinander kommunizieren wollen - ein Kulturwandel ist notwendig.

Haben Sie ein Vorbild?

Es gibt sehr viele Menschen, die mich auf meinem Lebensweg begleitet habe und von denen ich sehr viel lernen durfte. Da kann ich mich wirklich glücklich schätzen. Im beruflichen Kontext ist eines meiner Vorbilder sicherlich meine Chefin Mandy Wolf, die mit ganz viel Herzblut, Empathie, Mut und jeder Menge Kompetenz Paracelsus intern wie extern ein neues Gesicht gegeben hat. Von ihr kann ich sehr gut lernen, wie partizipative Führung und das Empowerment der eigenen Mitarbeiter:innen funktionieren kann.

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