Georg Thieme Verlag KG

Serie5 Fragen an Natalie Gladkov

Natalie Gladkov ist Referentin für Digitale Medizinprodukte beim Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und als solche Wegbereiterin in einer männlich geprägten Branche. Hier spricht sie über ihre First-Mover-Rolle und die Potenziale divers aufgestellter Teams.

Natalie Gladkov
BVMed/Composed by Thieme

Natalie Gladkov, Referentin Digitale Medizinprodukte beim Bundesverband Medizintechnologie.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Zu jedem erfolgreichen Start in den Arbeitstag gehört für mich als ehemalige Pressereferentin das Lesen des Pressespiegels dazu. Danach kann der Tag ganz unterschiedlich verlaufen. Mal gibt es eine große Gremiensitzung zu einem Fachthema, mal dominiert die Verhandlung zur DiGA-Rahmenvereinbarung den gesamten Tag. Damit die konzeptionelle Arbeit nicht etwas hinten runter fällt, arbeite ich mit Terminblöcken, um nicht ständig "zugezoomt" zu werden. Was mir aktuell im Arbeitsalltag fehlt, sind die Networking-Veranstaltungen. Ich freue mich schon sehr auf die Konferenzen, Empfänge, Sommerfeste etc. - wenn es denn wieder erlaubt ist.

Wo wachsen Ihre persönlichen mit gesellschaftlichen Zielen zusammen?

In den eher von Männern dominierten Branchen wie MedTech und IT im Gesundheitswesen sehe ich mich als Frau aktuell in einer First-Mover-Rolle, die ich auch gerne wahrnehme. Ich versuche alle möglichen Anfragen für öffentliche Auftritte wahrzunehmen, damit mit mir mindestens eine Frau auf dem Podium sitzt. Ich wünsche mir, dass Frauen sich dahingehend mehr trauen und versuche mit einem guten Beispiel selbst voranzugehen.

Welches Thema erhält zu wenig Beachtung in der Gesundheitsbranche?

Auch wenn FemTech immer stärker boomt, sehe ich gleichzeitig noch immense Lücken in der Frauengesundheit. Wie kann es beispielsweise heute sein, dass eine chronische Erkrankung wie Endometriose über Jahre bis Jahrzehnte  unerkannt bleibt, obwohl sie statistisch eine von zehn Frauen betrifft? Durch KI-Anwendungen erhoffe ich mir daher künftig Verbesserungen in der Früherkennung und Diagnostik bei solchen Themen.

Gibt es Fachbereiche, die stärker kooperieren sollten?

Grundsätzlich liegt für mich in gemischten Teams die Zukunft - egal in welchem Fachbereich. Meiner Meinung nach entstehen viele Potenziale dadurch, dass frische Ideen auf Erfahrung treffen. In meiner Gremienarbeit finde ich den Austausch zwischen etablierten Unternehmen und Startups enorm wichtig, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen gemeinsam gestalten zu können. 

Haben Sie ein Vorbild?

In der Gesundheitsbranche gibt es zahlreiche Persönlichkeiten, die ich bewundere und von denen ich in den letzten Jahren viel lernen konnte. Aktuell schätze ich den intensiven Austausch mit den langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BVMed. Juliane Pohl, Leiterin Referat Ambulante Gesundheitsversorgung, und Olaf Winkler, Leiter Referat Industrieller Gesundheitsmarkt, verfügen über eine umfassende Expertise in ihren Fachgebieten und ich lerne bei jedem Gespräch immer Neues dazu.

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