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OptimierungAlexianer setzen auf KI in der Abrechnung

In den psychiatrischen Krankenhäusern der Alexianer Gruppe soll Künstliche Intelligenz künftig die Abrechnungen mit den Krankenkassen verbessern. Dafür weitet das Unternehmen die Entwicklungs-​Partnerschaft mit GSG Consulting auf den PEPP-​Bereich aus.

Künstliche Intelligenz
3dkombinat/stock.adobe.com

Symbolfoto

Auch in den psychiatrischen Krankenhäusern der Alexianer GmbH soll Künstliche Intelligenz (KI) künftig die Abrechnungen mit den Krankenkassen optimieren. Hierzu wurde eine seit 15 Monaten bestehende Entwicklungs-Partnerschaft mit der GSG Consulting GmbH auf den PEPP-Bereich (Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik) ausgeweitet. 

Zuverlässige Kodierung nötig

Das Kodieren von Krankenhausleistungen im operativen Geschäft ist zeit- sowie personalaufwändig und birgt zudem eine Fehleranfälligkeit. Um effizienter zu werden, wurde daher im Rahmen der bestehenden Entwicklungs-Partnerschaft die teilautomatisierte Software RICO auf den Weg gebracht, welche das Personal in Krankenhäusern beim Kodieren unterstützt. Die technische Umsetzung der KI-​Komponenten erfolgte gemeinsam mit dem Fraunhofer-​Institut für Intelligente Analyse-​ und Informationssysteme IAIS.

Nahtlose Integration der Software

Die Software RICO wurde mit höchsten Datenschutz-Standards entwickelt und erfüllt folgende Voraussetzungen: Absicherung der vorhandenen Kodierung durch Verknüpfung mit Nachweisen und einem notwendigen Aufwandsbezug sowie zusätzliche Kodiervorschläge auf Basis der vorhandenen Informationen. Seit dem 17. Februar ist die GSG GmbH zudem Teil der Dedalus HealthCare GmbH und hat damit die besten Voraussetzungen für eine nahtlose Integration von RICO ins ORBIS Krankenhaus-Informationssystem der Alexianer.

Nun wird die Kooperation um den PEPP-Bereich erweitert. Dabei könne die Systematik der DRG-Logik jedoch nicht einfach auf die Welt der Psychiatrien und Psychosomatiken übertragen werden. „In der Somatik mit der klassischen Kodierung nach Operationen und Prozedurenschlüssel werden andere Logiken zum Ansatz gebracht als im PEPP-​Bereich“, sagt dDr. Iris Hauth, ärztliche Direktorin im Alexianer-​Krankenhaus St. Joseph in Berlin-​Weißensee sowie Regionalgeschäftsführerin der Alexianer GmbH. DRG’s seien Fallpauschalen, im psychiatrischen und psychosomatischen Bereich habe man es dagegen mit Tagespauschalen zu tun und mit zusätzlich aufwändigen Einzelleistungen, wie etwa der die 1:1-​Betreuung von Patienten, die genau dokumentiert werden müssen.

KI löscht Tippfehler

Die Software ist ein Hybrid-System, welches aus zwei zentralen, sich ergänzenden Komponenten besteht. Alle digital vorhandenen Dokumente aus Krankenhausinformations- und Subsystemen werden von RICO automatisch importiert. Auch wird das kontextuelle Textverständnis mit medizinischem Wissen in Form von Regelwerken verbunden. Dazu gehören etwa alle Behandlungs- und Krankheitscodes oder das deutsche Arzneimittelverzeichnis „Rote Liste“. Durch die intelligente, kontextuelle Dokumentenanalyse der KI sollen Tippfehler und synonym verwendete Formulierungen der Vergangenheit angehören.

Mit der Partnerschaft soll eine zukunftsweisende Kodierunterstützungs-Software für die Alexianer-Psychiatrien maßgeschneidert werden. Die Alexianer-Kliniken St. Josef in Berlin-Weißensee sowie St. Hedwig in Berlin-Mitte werden als Modellkliniken ihre Praxisanforderungen in die Entwicklungs-Partnerschaft einbringen. Die Erarbeitung von Schwerpunkten und Zielen der Arbeit sind Teil des mindestens 24 Monate andauernden Prozesses.

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