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KrankenhausZukunftsKonferenzWeiterentwicklung der Interoperabilität braucht Industrie

Die Krankenhäuser in Deutschland stehen noch am Anfang der Digitalisierung. Die KrankenhausZukunftsKonferenz der BVMed-Akademie blickte zurück auf ein Jahr Krankenhaus-Zukunftsfonds und wie seine nachhaltige Nutzung sichergestellt werden kann.

Digital Transformation
WrightStudio/stock.adobe.com

Symbolfoto

Prof. Dr. Sylvia Thun, Direktorin der Core-Unit „eHealth und Interoperabilität“ am Berliner Institut für Gesundheitsforschung, stellte auf dem BVMed-Event den aktuell erhobenen digitalen Reifegrad in deutschen Krankenhäusern vor: „Durchschnittlich haben die deutschen Krankenhäuser 33,25 Punkte von 100 erreicht, was nicht viel ist.“ Der niedrigste Wert lag bei 3,27 Punkten, der höchste bei 63,87. Besonders ausbaufähig sei die Interoperabilität und Patient*inneneinbindung.  „Alles was digital mit Patient*innen zu tun hat, das können wir in Deutschland nicht“, erläuterte sie. Positiv sei jedoch, dass bei vielen Krankenhäusern die Basis hinsichtlich der Strukturen und System für Interoperabilität und strukturierte Datenwiedergabe auf dem richtigen Weg sei.

Digitalisierung wurde lange vernachlässigt

Um mehr Akzeptanz für die Digitalisierung zu ermöglichen, sei es außerdem wichtig, „Patient*innen und Klinikpersonal von den Potenzialen der Digitalisierung zu überzeugen“, so Markus Holzbrecher-Morys, Geschäftsführer IT, Datenaustausch und eHealth der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Er plädierte dafür, dass die Betriebskosten auch nach 2025 gefördert werden. Um Prozesse und Produkte optimieren zu können, müsste die Industrie beim Datenzugang besser einbezogen werden, hob Marcus Wiegmann, BVMed-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer von Stryker, hervor.

Mit einem umfangreichen Investitionsprogramm in der letzten Legislaturperiode wurde den deutschen Krankenhäusern ein digitales Update ermöglicht. Seit dem 1. Januar 2021 werden Krankenhäusern bis zu 4,3 Milliarden Euro bereitgestellt, um in digitale Infrastruktur, moderne Notfallkapazitäten und IT-Sicherheit zu investieren. In einer gemeinsamen Paneldiskussion mit Beteiligten der Krankenhäuser, Ärzteschaft, Forschung und Industrie wurden die Ergebnisse des digitalen Reifegrads besprochen und der Frage nachgegangen, wie eine nachhaltige Nutzung der Krankenhauszukunftsfonds sichergestellt werden kann. Hat Deutschland das beste Gesundheitssystem der Welt? Dieser verbreiteten These widersprach Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen, in der Diskussion. Denn „Deutschland hat die Digitalisierung über Jahrzehnte unfassbar vernachlässigt“, so seine Einschätzung.

Sektorenübergreifende Zusammenarbeit ausbauen

Markus Wiegmann, BVMed-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer von Stryker, führte die Patient*innenorientierung noch weiter: Über digitale Begleitung könnten Patient*innen beispielsweise auch außerhalb des Krankenhauses besser versorgt werden und Krankenhäuser würden dadurch entlastet gehen. „Die Diskussion rund um die Digitalisierung geht für mich mit der Steigerung der Versorgungsqualität einher“, fasste er zusammen. Damit dies gelingt, sei es wichtig, dass Digitalisierung in einer Partnerschaft stattfindet. Zum einen innerhalb der Industrie, um einen System-Standard zusammenzubringen, aber auch sektorenübergreifend, um Prozesse und Produkte zu optimieren. Dafür sei insbesondere der Zugang zu Daten essenziell – da würde die Industrie noch außen vor gelassen werden.

Auch Thun sprach sich für eine stärkere, sektorenübergreifende Zusammenarbeit aus: „Wir brauchen die Industrie, um Interoperabilität gemeinsam zu entwickeln“. Dabei sei es wichtig, dass diese Partnerschaft auf Augenhöhe sei. „Da brauchen wir eine Veränderung im Denken, denn die Industrie macht die Produkte, nicht wir. Wir nutzen sie und wollen die Besten haben“, so Thun.

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