Direkter Zugriff auf Patientendaten

Netzwerk verbindet Radiologen von neun Kliniken

In der österreichischen Region Waldviertel arbeiten neun öffentliche und private radiologische Institute in einem neuen Netzwerk zusammen. Die Mediziner haben dadurch jetzt krankenhaus-übergreifend Zugang zu Patientendaten.

Foto: GE Healthcare

Zufriedene Partner: (v.l.n.r.) Martin Breitenseher (Landesklinikum Horn), Karl Wilfing (Landrat Mag. ÖVP) und Michael Stockhammer (Leiter GE Healthcare Zentraleuropa) stellten das neue Radiologie Kollaborationsnetzwerk vor.

Zu dem Netzwerk gehören fünf Kliniken und vier private ambulante Diagnosezentren. Die Kliniken sind Teil der Niederösterreichischen Landeskliniken-Holding. Dieses Konsortium von 27 Kliniken ist der größte Krankenhausbetreiber in Österreich. Neben dem Zugriff auf Patientendaten können die Mediziner der beteiligten Kliniken Patienten künftig unabhängig von ihrem Standort radiologische Leistungen anbieten, sie können Zweitmeinungen einholen sowie nachts und am Wochenende Befunde erstellen.

Entwickelt wurde das radiologische Kooperationsnetzwerk von GE Healthcare und der Pansoma GmbH. Es basiert auf GEs Centricity™ Solutions for Enterprise Imaging. Die Lösung soll die Produktivität und Prozessqualität steigern, indem unnötige Patiententransfers und Doppeluntersuchungen vermieden werden. Der Niederösterreichischen Landeskliniken-Holding zufolge wurden Informationen bislang durch den Datentransfer über ein geschütztes Gesundheitsdatennetz ausgetauscht, was allein etwa zwei Stunden gedauert habe. Bei der neuen Lösung werden die Daten stattdessen gestreamt, sodass den Medizinern die Patientenhistorie unmittelbar zur Verfügung steht.

 

Daten sind jetzt sofort verfügbar

"Wir sind nun in der Lage, an jedem Standort klinische Patientenbilder unseres Traumazentrums in Horn einzusehen – unmittelbar nachdem sie gemacht wurden – und zu entscheiden, ob Patienten in ein anderes Zentrum transportiert werden müssen oder nicht", erklärt Ingenieur Alexander Bernegger, Projektleiter PACSW4 und Medizininformatiker. "Durch die sofortige Datenverfügbarkeit und eine frühzeitige Patientenbehandlung können Operationen schneller vorbereitet werden."

Die IHE-kompatible Lösung arbeitet neben bestehenden Systemen und ermöglicht Kliniken und ambulanten Einrichtungen, miteinander zu arbeiten, ohne vorhandene Systeme auszutauschen, heißt es in einer Mitteilung. Die Funktion "Cross Enterprise Reporting" vereine Bilder unabhängig vom Klinikum in einem Viewer und stelle Radiologen und anderen am Behandlungspfad beteiligten Personen die gesamte Patientengeschichte bereit. Zusätzlich erhalten Radiologen demnach die Möglichkeit, Befunde an jedem Ort zu jeder Zeit festzustellen. Dadurch könnten Anwender Arbeitsaufwände ausgleichen und die Befundung auch nachts und an Wochenenden sicherstellen.

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