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Aufschwung für digitale MedizinNutzerzahlen von Gesundheits-Apps wachsen in der Corona-Krise

Eine Umfrage unter deutschen Digital-Health-Gründern und -Investoren hat ergeben, dass die Nutzerzahlen von Gesundheits-Apps  in der Corona-Krise merklich gestiegen sind. Die Kontaktbeschränkungen fördern das Bewusstsein für digitale Angebote und könnten der Branche neuen Schwung verleihen. 

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Während deutsche Start-ups branchenübergreifend mit den wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 zu kämpfen haben, erkennen Gründer und Investoren aus dem Bereich Digital Healthcare Wachstumspotentiale. Sowohl die hohe öffentliche Aufmerksamkeit für Gesundheitsthemen als auch der Boom digitaler Anwendungen in Zeiten des Social Distancings könnte die Branche rund um Gesundheits-Apps und Telemedizin beflügeln.

Eine Umfrage unter deutschen Digital-Healthcare-Start-ups und -Investoren sowie eine Datenanalyse von Strategy&, der Strategieberatung von PwC, zeigt: Die monatlichen Nutzerzahlen von Health- und Fitnessanwendungen sind seit Mitte März 2020 in Deutschland um 16 Prozent angestiegen. Die Zahl der Digital-Health- und Fitness-App-User erreicht in Deutschland mit 20,4 Millionen einen neuen Höchststand (im Vergleich zu 17,6 Millionen im Vorjahreszeitraum). 80 Prozent der Digital-Healthcare-Start-ups berichten zudem, dass ihre Kunden die Apps immer häufiger nutzen. Entsprechend sehen 82 Prozent der Befragten die Krise als Chance und 72 Prozent rechnen mit höheren Investments in die eigene Sparte im Vergleich zum Vorjahr.

Digitalisierung nimmt in Coronakrise an Fahrt auf

"Covid-19 beschleunigt die Digitalisierung in der Medizin in einem enormen Ausmaß. Patienten und Ärzte nutzen aktuell vermehrt virtuelle Behandlungsmöglichkeiten und erkennen deren Vorteile. Daher könnten sich digitale Lösungen auch mittel- und langfristig als Ergänzung traditioneller Methoden etablieren. Ihre Resilienz haben Digital-Healthcare-Start-ups schon während der Finanzkrise mit geringen Finanzierungsrückgängen unter Beweis gestellt. Das aktuelle Stimmungsbild der deutschen Gründerszene bestätigt uns in der Prognose, dass die Ausgaben für digitale Gesundheitslösungen bis 2030 allein in Deutschland ein Marktvolumen von rund 40 Milliarde US-Dollar erreichen werden", erläutert Dr. Thomas Solbach, Studienautor und Partner bei Strategy&.

Neue Geschäftsfelder für Gesundheits-Apps

Als größte mittelfristige Wachstumschance betrachten 88 Prozent der Interviewten das krisenbedingt deutlich gestiegene Bewusstsein für digitale Angebote in der Bevölkerung, die durch die aktuell hohe Auslastung des Systems verstärkt einen eigenen neuen Zugang zu Gesundheitslösungen finden muss. Solche neuen Wege wie Gesundheits-Apps eröffnen aus der Sicht von 12 Prozent der Befragten neue Covid-19-spezifische Geschäftsfelder.

Gleichzeitig blicken deutsche Digital-Healthcare-Start-ups realistisch auf die einschränkenden Faktoren der Krise, die sie bewältigen müssen, um die Marktpotentiale voll ausschöpfen zu können. 58 Prozent machen sich Sorgen, dass Investoren Venture Capital aus Risikoprojekten zurückziehen. Außerdem befürchtet die Hälfte der Befragten, dass die Kostenträger in der Folge der Krise noch preissensibler agieren.

Neue Möglichkeiten durch Social-Media

Im Bereich Marketing und Sales werden kontaktlose Alternativen zu Messen und persönlichen Treffen noch länger eine zentrale Rolle spielen. So berichten 62 Prozent der Befragten von Covid-19-bedingten Veränderungen in diesem Bereich. Neue Möglichkeiten bieten Social-Media-Kanäle wie LinkedIn oder auch die digitale Kontaktaufnahme zu Ärzten, die ihre Patienten aktuell nur begrenzt persönlich betreuen können. Die steigenden Nutzerzahlen bei Gesundheits-Apps sollten die Start-ups zudem zeitnah in detaillierte Datenanalysen einfließen lassen, um den medizinischen Mehrwert ihrer Anwendungen zu dokumentieren.

"Für Digital-Healthcare-Start-ups könnte sich die Covid-19-Pandemie als entscheidende Wegmarke in der eigenen Entwicklung erweisen. Um Zertifizierungsprozesse und somit die Einführung innovativer Produkte weiter zu beschleunigen, sind Kooperationen etablierter Gesundheitsunternehmen, wie etwa Pharmafirmen, mit Start-ups denkbar, um langjährige Erfahrung mit innovativen Geschäftsideen zu vereinen. So könnte es gelingen, bürokratische Hürden im Dialog mit den Regulatoren schrittweise abzubauen. Der Weg hin zu einer patientenzentrierten digitalen Medizin mit dem Fokus auf Prävention ist angesichts des aktuellen Digital-Booms selten so klar vorgezeichnet wie heute", schließt Thomas Solbach.

Methodik

Für die Studie wurden mit Unterstützung des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung e.V. 27 deutsche Digital-Health-Gründer und -Investoren im April 2020 befragt.

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