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LeipzigProjekt „eMMa“ zur Arzneimitteltherapiesicherheit geht online

Das Leipziger E-Health-Projekt „eMMa“ ist nun live im Testbetrieb. Es geht dabei um einen elektronisch erstellten Medikationsplan, der die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern soll.

Haupteingang des Universitätsklinikums Leipzig
Stefan Straube / UKL

Haupteingang des Universitätsklinikums Leipzig

Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) und in den Sana Kliniken Leipziger Land ist Anfang des Monats März der elektronisch erstellte Medikationsplan „eMMa“ an den Start gegangen - zunächst als Testbetrieb unter Routinebedingungen. „eMMa“ steht für „Patientenzentriertes E-Medikationsmanagement als Add-On zum Medikationsplan“. Entwickelt von Medizininformatikern, Ärzten und Apothekern, soll das Computertool helfen, den Prozess der Aufnahme von Patienten in das Krankenhaus zuoptimieren.

App zur Medikamentenübersicht

„eMMa“ ist ein Verbundprojekt, das vom Freistaat Sachsen und der EU gefördert wird. Kernstück ist der elektronisch verfügbare Medikationsplan nach dem Muster des Bundesmedikationsplans. Nutzen Patienten diesen und haben vor ihrem Klinikaufenthalt über eine App eine vollständige Übersicht ihrer aktuellen Medikamente erstellt, können danach alle Daten schnell und zuverlässig in das Kliniksystem übertragen werden. Für das Aufnahmegespräch bleibt so mehr Zeit. Außerdem soll es den Ärzten ermöglichen, arzneimittelbezogene Probleme frühzeitiger zu erkennen.

„Ab sofort weisen wir Patienten bei der Einladung zu unserem Apotheker-Arzneimittelgespräch auf die Möglichkeit hin, sich die App unter ‚mein.klinikplan.de‘ herunterzuladen und einmalig ihre Daten und Medikamente einzugeben“, erläutert Dr. Yvonne Remane, Direktorin der UKL-Apotheke. „Wir sehen dieses E-Health-Projekt vor allemals Unterstützung für dieses Gespräch, welches es in solcher Form nicht an jeder Klinik gibt.“ Und Dr. Ralf Sultzer, Chefarzt im Geriatriezentrum Zwenkau erklärt: „Wir wollen mit ‚eMMa‘ erreichen, dass unsere Patienten mit einem aktuellen Medikationsplan ins Krankenhaus kommen.“

Risikoverminderung durch Übersicht

„Dadurch sollen arzneimittelbezogene Probleme rechtzeitig erkannt werden, bevor diese zu Risiken für den Patienten führen“, ergänzt Prof. Dr. Thilo Bertsche vom Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS), einer gemeinsamen Einrichtung von Uni Leipzig und UKL. Bertsche, der das ZAMS zusammen mit Dr. Remane leitet, fährt fort: „Wir wollen nun untersuchen, inwieweit hierdurch die Patientensicherheit verbessert werden kann.“

Durch „eMMa“ soll zunächst das Aufnahmemanagement optimiert und die Ärzte im Krankenhaus und letztlich auch im ambulanten Sektor entlastet werden. Langfristig geplant sind weitere Anwendungsmöglichkeiten. Beispielweise soll der Arzt frühzeitig über das Auftreten unerwünschter Wirkungen von Medikamenten informiert werden. Dieser kann dann unverzüglich reagieren, um einem Risiko für den Patientenvorzubeugen.

EFRE-gefördertes Projekt

Das E-Health-Projekt „eMMa - Patientenzentriertes eMedikationsmanagement als Add-On zum Medikationsplan“ ist ein Verbundprojekt wissenschaftlicher Institutionen (Universitätsrechenzentrum, Institut für angewandte Informatik, Selbstständige Abteilung für Allgemeinmedizin) der Universität Leipzig und des Zentrums für Arzneimittel-Therapiesicherheit (ZAMS) der Universität sowie des Universitätsklinikums Leipzig. Gemeinsam mit regionaler Wirtschaft (vital.services GmbH, Mogic GmbH) und anderen Akteuren der Region (Healthy Saxony, Verein zur Förderung der Gesundheitswirtschaft, e.V., Sana Geriatriezentrum Zwenkau) wird die Anwendung erst möglich.

Es wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Das Projekt befasst sich mit einem Schwerpunktthema des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS), das auf Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme fokussiert. Ziel des Projektes ist eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit mittels elektronischen Medikationsmanagements, welches den Patienten aktiv in seine Therapie einbindet.

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